Wolfgang Lerchl, Geschäftsführer von Unitedprint, ist wegen Subventionsbetrugs zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe von 600.000 Euro verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, 6,5 Millionen Euro erschlichen zu haben.

Das Firmengebäude in Radebeul

Auf der Anklagebank saß neben Wolfgang Lerchl auch der ehemalige Vertriebsvorstand des Druckmaschinenherstellers KBA aus Radebeul, Andreas Mößner. Er soll Lerchl beim Betrug geholfen haben. Dafür ist er zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung und 50.000 Euro Geldbuße verurteilt worden. 

Laut Anklageschrift wurde Lerchl 
Subventionsbetrug in insgesamt zehn Fällen mit einer Gesamtsumme von rund 6,5 Millionen Euro vorgeworfen. Sie datieren aus den Jahren 2003 bis 2007. In Folge des Hochwassers 2002 zog das Druckhaus von Meißen nach Radebeul um. 

Zum Betrug kam es, indem Lieferanten neue Maschinen zum Listenpreis verkauft hatten; darunter auch KBA. Der sonst übliche Nachlass entfiel, stattdessen wurde der Listenpreis in den Förderanträgen an die Sächsische Aufbaubank weitergegeben. Sie gewährte hohe Zuschüsse. Über Werbeverträge mit den Lieferanten holte sich Unitedprint ebenfalls Geld zurück - in Höhe der Rabatte. 

Wolfgang Lerchl hat 8,5 Millionen Euro mit Zinsen zurückgezahlt, sagte er vor Gericht aus. Dennoch handelt es sich um einen der größten Fälle von Subventionsbetrug in Sachsen. (kü)

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Kommentare zu diesem Beitrag 4

  1. Sachsendruck at 07.05.2014
    Wurde bezüglich Andreas Mößner eigentlich auch seine Zeit bei Sachsendruck untersucht, ob er da nicht die gleichen "Tricks" angewendet hat?
  2. Subventionssumpfbeobachter at 10.05.2014
    Ein Klick nach unten auf die D&M-Meldung vom 4.5.2010 sollte man hier noch einmal genau nachlesen: Zitat: "Wolfgang Lerchl selbst bestreitet die Vorwürfe; nach seinen Angaben sind die Anschuldigungen "falsch und haarsträubend" und gehen auf einen "Denunzianten" zurück, der ihm seine Erfolge in der Druckbranche neide."
  3. Scheckbuch at 12.05.2014
    Endlich hat hier der Gesetzgeber einmal durchgegriffen. Ich hätte wirklich gerne gewußt, wieviel Gelder wohl an Subventionen geflossen sind, die aber nie richtig zweckgebunden eingesetzt wurden. Es gab genug schwarze Schafe die ihren Laden im Westen dichtgemacht haben und im Osten mittels der bereit gestellten Gelder neu angefangen habe. Ihren Wettbewerbern aber das Leben preislich schwer machten.
  4. Karl heinz at 22.05.2014
    Es fliessen immer noch fleissig Gelder aus Bundes- und EU Fördermittel in den sogenannten Aufbau Ost.
    Im Westen geht der Druckmarkt kaputt und im Osten boomt der Markt.

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