Seit Mitte April dieses Jahres läuft das vorläufige Insolvenzverfahren über die Stark Holding mit Sitz in Bremen. Das Unternehmen ist unter anderem auf Druck- und Mediendienstleistungen spezialisiert.

Im vorläufigen Insolvenzverfahren der Stark Holding GmbH mit Sitz in Bremen hat das Insolvenzgericht am vergangenen Donnerstag die Befugnisse der Insolvenzverwaltung erweitert: Rechtsanwalt Bora Haslinger von der Kanzlei Haslinger Korrell wurden als vorläufigem Insolvenzverwalter die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über das Vermögen sowie die Arbeitgeberbefugnisse der Stark Holding GmbH übertragen.

Er hat damit zusätzliche Möglichkeiten erhalten, die Ansprüche der Gläubiger zu sichern. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens mit bundesweit rund 800 Mitarbeitern – davon rund 30 am Hauptsitz in Bremen – wird in vollem Umfang aufrechterhalten. Ebenfalls nicht unmittelbar betroffen sind die rechtlich eigenständigen übrigen Unternehmen der Stark-Gruppe.

In dem am 17. April eingeleiteten vorläufigen Insolvenzverfahren sind komplexe Fragestellungen aufgetreten, die erweiterte Sicherungsbefugnisse zum Erhalt des Unternehmensvermögens notwendig machen. Am 8. Mai erging deshalb ein entsprechender Beschluss des Amtsgerichts Bremen als Insolvenzgericht.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Bora Haslinger sieht derzeit durchaus Sanierungschancen für die Stark Holding GmbH, die im Rahmen von Werkverträgen für Unternehmen der Medien- und Druckindustrie an verschiedenen Produktionsstandorten tätig ist.

Hintergrund des vorläufigen Insolvenzverfahrens ist eine Liquiditätskrise der Stark Holding GmbH, die offenbar aus einer komplexen Verflechtung von Leistungen, Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einzelnen Unternehmen der Gruppe heraus entstanden ist. Die Fortführung des operativen Geschäfts oder der gesamten Gesellschaft könnte gegebenenfalls aus eigenen Mitteln, durch einen Beitrag des bisherigen Alleingesellschafters oder unter Beteiligung von externen Investoren erfolgen. Die konkreten Möglichkeiten werden sich in den kommenden Wochen aus einer umfassenden Untersuchung durch den vorläufigen Insolvenzverwalter und sein Team ergeben.

Ziel der Insolvenzverwaltung ist stets, sowohl die Ansprüche der Gläubiger bestmöglich zu befriedigen wie auch eine möglichst große Zahl von Arbeitsplätzen zu erhalten. Die Lohnansprüche der Mitarbeiter sind bis Ende Juni über das Insolvenzgeld gesichert. "Erste Gespräche mit Kunden der Stark Holding zeigen, dass das Unternehmen als Dienstleister hohe Wertschätzung genießt. Es kann auf die Bereitschaft seiner Kunden zur weiteren Zusammenarbeit setzen", stellt der vorläufige Insolvenzverwalter Bora Haslinger fest. "Auf dieser Basis streben wir eine zukunftsfähige Lösung an und werden Gläubiger, Mitarbeiter sowie die bisherige Geschäftsführung in die Erarbeitung der notwendigen Maßnahmen einbinden." (kü) 

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Kommentare zu diesem Beitrag 2

  1. Realist at 16.05.2014
    Das klang doch ganz anderst im Deutschen Drucker Ausgabe 11
    am 05.04.2012
  2. Personaldienstleiter Moderne Sklaverei at 30.05.2014
    Was der Holger Stark mit den Mitarbeitern macht, ist schon kriminell. Schade, daß so etwas nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Die Funke hätte es nicht nötig gehabt, uns wie Sklaven an so einen Personaldienstleiter zu verkaufen. Bei Springer geht es auch drunter und drüber. Kein Mensch dürfte mehr Zeitung lesen.

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