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Haeme Ulrich, Geschäftsführer Ulrich-Media GmbH, Meikirch (Schweiz)
Als Technologieberater und Softwaretrainer für Kreative werde ich oft nach PDF/X gefragt. Begründung: "Weil’s die Kunden so wollen." Im Gespräch stellt sich dann heraus, dass auch Auftraggeber nicht genau wissen, was sie mit PDF/X erhalten. Sie wollen einfach ein "gutes" PDF. Das ist richtig, sollte Ziel der Normierung sein. Doch verheimlichen "PDF-Reisende" viel zu oft, dass PDF/X nur die halbe Miete ist, denn für Qualität (Auflösung, Überdrucken, Strichstärke) und Interpretierbarkeit (kann das PDF gerippt werden?) ist die Norm nicht zuständig. Im Herbst geht es mit der Iso-Norm PDF/X in die nächste Runde. Es werden PDF/X-4 und PDF/X-5 dazu kommen. X-4 in zwei Varianten und X-5 in drei Varianten. Zusammen mit den älteren, immer noch gültigen Normen, zähle ich satte acht Normvarianten! Dieser Normendschungel ist weit weg vom Bedürfnis der grafischen Welt, praxisfremd und für die Idee der Normierung schädlich. Profitieren tun dabei nur die „PDF-Reisenden“, die armen Anwendern und verunsicherten Auftraggebern in teuren Mandaten aus dem Normendschungel helfen. Sie klären auf und zeigen, welche Variante nun recht sei. Sie machen also nichts anderes als das, wozu ich öffentlich aufrufe: „Normiert die Norm!“
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Olaf Drümmer, Geschäftsführer der Callas Software GmbH GmbH, Berlin
Wäre es nicht wunderbar, wenn es eine Norm-Diktatur gäbe, die ein für allemal der grafischen Industrie in absolut einheitlicher Weise vorschreibt, wie alle hier Tätigen ihre Druckvorlagen aufzubereiten haben? Eine Norm für alle und alles? Ich persönlich hätte kein Problem damit – vorausgesetzt, ich würde auf Lebenszeit zum Norm-Diktator ernannt. Wie so oft ist die Wirklichkeit etwas vielfältiger, als man es sich manchmal wünschen würde. Es gibt technischen Fortschritt, der ständig die Randbedingungen ändert und neue Möglichkeiten schafft. Die PDF/X-Standards spiegeln die technische Entwicklung wider, die in den vergangenen zehn Jahren statt gefunden hat. Sowohl bei der ISO wie auch in den genannten Initiativen haben exzellente Fachleute sehr viel Aufwand getrieben, um der Industrie umsichtig konstruierte und erprobte Vorgaben anzubieten. Die grafischen Industrie erweist sich selbst einen Gefallen, wenn sie sich dieser Instrumente bedient und das "Schau’n wir mal"-Vor-Sich-Hinwursteln ein für allemal hinter sich lässt. Und: Wem das alles noch nicht reicht, der möge mit dem Jammern aufhören und sich stattdessen bitte melden und künftig an der Weltverbesserung mitwirken.
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