Meine Meinung
Perspektivenwechsel
In der digitalen Welt schlägt das Analoge zurück.
von Imke Laurinat
Einen Tag vor Beginn der Leipziger Buchmesse und zwölf Kilometer von ihr entfernt diskutierten die Teilnehmer einer Verlagsveranstaltung ein Thema, über das in den letzten Jahren nun wirklich schon alles gesagt worden ist: Es ging um gedruckte versus digitale Medien und darum, wer wem den Garaus machen wird.
Auf dem Podium erklärte ein Software-Anbieter die Mega-Welt des Micro-Content: Der ist dank XML und Internet zum ersten Mal massenhaft und für jeden verfügbar. Was böte sich also Schönereres an, als ihn mit Wikis, e-Publishing, iPad und Co. kreuz und quer zu verknüpfen? Generell verstünden Verlage nichts von Content-Monetarisierung und deshalb werde es sie wohl auch bald nicht mehr geben.
Die Betroffenheit im Publikum war naturgemäß groß. Noch größer wurde sie beim Thema Datenschutz. Ein Zuhörer berichtete begeistert vom selbstverständlichen Umgang seiner fünfjährigen Tochter mit den digitalen Medien. Wenn sie einmal groß sei, würden Informationen transparent und allerorts etwas völlig normales sein. Spätestens jetzt fühlte sich gestrig, wer nicht mag, dass irgendwelche peinlichen Bilder seiner Kinder in Facebook herumgeistern oder Handy-Apps dem Gegenüber auf der Straße verraten, wer man ist.
Vier Tage später war die Buchmesse vorbei. In den Medien las man über sie Zeilen wie "Analog bleibt wichtig", "E-Book als Staubfänger", "die bislang technisch ausgefeilteste Form des Lesens ist das gedruckte Buch" oder "Verleger können inzwischen nur noch schmunzeln, wenn das Buch wieder einmal für tot erklärt wird".
Wohl dem, der in Leipzig mindestens ein – hoffentlich gutes – Exemplar mitgenommen hat, hinter dem er sich von Zeit zu Zeit vor der allgegenwärtigen Schar der elektronischen Medienangebote verstecken kann.

http://www.youtube.com/watch?v=RqO2fXukLJk&feature=player_embedded
Wir nutzen z.B. personalisierte Printmedien wie Postkarten, Selfmailer, Transaktionsdrucke sowie personalisierte Zeitschriften-Covers, um einen Push-Effekt zu erzeugen, der die Adressaten ins Internet lockt. Dort erwartet jeden seine persönliche Landingpage (personal URL / PURL) mit eigens für jeden Adressaten individuell zusammengestellten Inhalten. Mit dieser sogenannten AIDA-PUSH Methode haben wir in den USA schon 7,4% Response erzeugt und einmal in der Schweiz sogar fast schon unglaubliche 24%.
Die Push-Wirkung von personalisiertem Print mit PURL-Schnittstellen ins Internet ist von reinen digitalen Medien fast nicht zu schlagen.
Es geht in keiner mir bekannten Veröffentlichung darum, dass ein Medium dem andere "den Garaus macht", sondern um die nutzenstiftende Kombination beider Welten.
Wir haben mit der von Frau Laurinat freundlicherweise so genannten "Mega-Welt des Micro-Content" auf der Veranstaltung 5 Services vorgestellt, die den meisten Verlagen als „Paid Services“ neue und vor allem wirtschaftlich relevante Monetarisierungsmöglichkeiten ihres Contents eröffnen: Zusätzliche Info-Layer zu Content-Objekten (Wörtern, Sätzen, Überschriften, Bildern etc.), Annotationsmöglichkeit von Content-Objekten, nutzergruppenspezifischer Content mit durch den Leser mit anpassbarer Schwierigkeit, integriertes E-Learning und semantische Facettensuche. Mit diesen Mehrwerten ausgestattet haben elektronische Varianten von Büchern eine eigene Daseinsberechtigung und sind via Paid Services monetarisierbar.
Am Ende wird der Leser über Papier und/oder Digital entscheiden. Unseren Verlagskunden ist weniger nach "Schmunzeln" zumute, sie nehmen vielmehr die massiven Veränderungen auf der Konsumenten-, Produzenten- und Verwertungsebene recht ernst und entwickeln sich mit dem Markt.