Meine Meinung
Die Lehren aus der VVA-Pleite
Als Mitte Mai die Insolvenz der Vereinigten Verlagsanstalten (VVA) bekannt wurde, war es nur eine Frage der Zeit, wann die anderen Betriebe der Gruppe folgen. Wenige Tage später kam die Bestätigung: Sowohl die Dachgesellschaft der Gruppe (Wesel Verwaltungs GmbH) als auch die Töchter VVA Kommunikation GmbH, VVA Datenmanagement GmbH, Konkordia GmbH und Langenstein Medien GmbH mussten Insolvenzeröffnung beantragen.
Besonders hart dürfte die Situation für die badische Konkordia GmbH sein, die erst 2008 Teil der Gruppe geworden war. Damals beschäftigte die Druckerei rund 70 Mitarbeiter, heute nur noch einen Bruchteil davon, aber selbst dieser kleine Rest muss nun wohl um die Jobs zittern. Zu Recht, denn auch ein erfahrener Insolvenzverwalter wie Horst Piepenburg wird kaum in der Lage sein, alle Unternehmen der Gruppe zu retten.
Wie Hohn muss es daher den Besuchern der VVA-Website vorkommen, dass man auf der Startseite immer noch mit dem Motto "VVA – Medien mit Zukunft" begrüßt wird. Überhaupt dürften sich heute viele Beobachter und Mitarbeiter fragen, ob die Konstruktion der ehrgeizigen Unternehmensgruppe überhaupt eine echte Zukunftsperspektive hatte.
Denn eines steht fest: Das Unternehmen, das Ende 2006 stolz einen konsolidierten Umsatz von 100 Millionen Euro gemeldet hatte, galt vielen Kennern der Szene längst als ein Anbieter von knallharten Kampfpreisen, die mit normalen wirtschaftlichen Parametern kaum noch in Einklang zu bringen waren. Offenbar hatte man in dem Bestreben, die Druckmaschinen auszulasten und den Umsatz zu steigern, alle kaufmännischen Bedenken über Bord geworfen.
Einmal mehr hat das Beispiel VVA bestätigt, dass Wachstum allein kein tauglicher Strategie-Ansatz ist – vor allem dann, wenn man sich nur auf das Umsatz-Wachstum kapriziert. Die Folge solchen Verhaltens ist allzu oft, dass hoch komplexe Konstruktionen entstehen, die niemand mehr richtig steuern kann. Bleibt zu hoffen, dass die VVA-Pleite ihren Teil zur oft beschworenen Konsolidierung der deutschen Druckindustrie beiträgt.


Irgendwo werden gewisse Leute wieder "auftauchen" und genauso weitermachen wie bisher, weil sie es ja nicht schuld waren. "Verbockt" haben es die anderen. Und auch andere Druckereien werden den Preiskampf weiter mitmachen, weil anscheinend niemand mehr NEIN zu einem Auftrag sagt, der mehr kostet als einbringt. Ausbaden dürfen das dann die Arbeitnehmer, denen man ja den Lohn kürzen kann. Das Rezept ist doch einfach, oder???
Ja wieso denn eigentlich? Was ist denn mit den vielen Doktoren, Technologiepäpsten und Geschäftsführern, die von Herrn Meutsch gerettet wurden und bewiesen dann haben, dass sie nur Schwätzer und Nixblicker sind.
Stecken alle schamlos ihre Grinsfratzen wieder ins Internet und beschmutzen das Nest, das sie stark gemacht hat.
Die Mehrheit der Belegschaft von VVA hat einen ausgezeichneten, engagierten Job gemacht, weil sie die brilliante unternehmerische Idee von Herrn Meutsch verstanden haben. Deren Leistung wird nun leider mit in den Sumpf gezogen, den die selbstgefälligen Schmarotzer hinterlassen haben. Als Trost für die echten VVA'ler sei aber gesagt, dass deren Leben von Lüge zu Lüge schwerer wird. Jünger werden diese Damen Herren auch nicht und irgendwann fliegen Sie auf. Dann bekommen sie es das erste mal mit einen richtigen Gegner zu tun. Ihrem Gewissen. Mit viel Glück sind sie dann auch noch veramrt, so dass sich kein Mensch mehr für sie interessiert. Soziale Bindungen waren nicht ihr Stärke.
"brilliante unternehmerische Idee..."
Die VVA ist PLEITE!!!
Brilliant?!????
Hier sitzen demnächst die meisten der Belegschaft, die mehr oder weniger freiwillig auf Geld verzichtet haben auf der Straße, echt brilliant!!!
Dar ich mal fragen, was Sie da geraucht haben???
Das was die VVA ist und war ist ja nicht nur die VVA, da gibt es etliche andere Betriebe, die mehr oder weniger ohne Grundsatzüberlegungen wegen der Marktsiuation in den 90´er Jahren zu übermäßigen Investitionen "gezwungen" wurden, es hat ja immer geklappt. Und nun, die Technisierung/Automation ist weit vortgeschritten, weil man Personal "sparen" konnte, die Preise gingen Aufgrund dieser Überkapazitäten stark nach unten und nun ist die eigentlich benötigte Technik die man eigentlich bräuchte um mit dem reduzierten Personal sowohl Zeitnah, als auch Kostengünstigst produzieren zu können so teuer, dass man sich diese als Neuinvestition eigentlich nicht mehr leisten kann. Das Ganze ist in der Region Niederrhein schon mal passiert, in den 70´und 80´er Jahren hat es die damals große Textilindustrie dahingerafft. Wieviele gesunde Betriebe gibt es denn hier noch?
Ich denke, dass es die klassische Druckindustrie, wenn es keine neuen Impulse gibt, in ein paar Jahren nicht mehr gibt. Das ist provozierend, soll aber auch.
Zur Marktbereinigung; Was heißt das denn für die Überlebenden? Drei große Drucker, die monopolartig den Markt aufteilen? Das kann nicht im Sinne der Kunden, der Lieferanten und auch nicht den Mitarbeitern der jetzigen Unternehmen. Monopolisiereung ist doch nicht das eigentliche Ziel der Martwirtschaft.
Unternehmer heißt, etwas zu unternehmen, dass kann auch heißen, dass man gewohntes Fahrwasser verlässt und sich ander, gewinnbringenderer Dingen zuwenden. Das kann nicht früh genug passiere. Man muss die Firma, genauso wie sich selbst, ständig fragen, ist das noch alles in Ordnung, was ich mache. Ein wenig Demut wäre für einige Leute auch noch angebracht, denn wenn man vergisst, woher man kommt, dann hat man irgendwann kein Gefühl mehr für die Wirklichkeit - siehe Berlin.