Meine Meinung

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Eine neue Pannenmeldung der Bahn macht Hoffnung auf Wirtschaftswachstum.

Kein Aprilscherz, aber Grund für ein Lächeln; ein hoffnungsvolles Lächeln. Deutschlands beliebtester Konzern, die Deutsche Bahn, hat zu wenig fahrbereite Güterloks und -waggons. Das vermeldet der "Spiegel" heute in einer Vorabmeldung. Für die Frequent-Traveller der Bahn ist das keine überraschende Nachricht, fehlt es dem Staatskonzern doch ständig irgendwo an rollendem Material von der S-Bahn bis zum ICE.



Aber Güterwagen sind eben auch ein Indikator der Wirtschaft; der realen Wirtschaft genauer gesagt. Jener Wirtschaft, in der noch handfeste Güter vom Hersteller zum Kunden rollen. Und genau darum ist der Wagenmangel eine gute Nachricht. Rund 50.000 Waggons und Dutzende Lokomotiven hatte die Bahn angesichts düsterer Erwartungen eingemottet. Doch die Krisenerwartungen scheinen sich so nicht bewahrheitet zu haben, denn wenn der Kunde einen Güterwaggon bestellt, dann gibt es auch was zu transportieren.



Nun aber dauert es, die angerosteten Fahrzeuge wieder betriebssicher zu machen. 180 Güterzüge musste die Bahn laut "Spiegel" an einigen Tagen ausfallen lassen. Und so bleibt neben der Hoffnung auf mehr Wachstum auch eine Lehre: Es ist gefährlich, mit Überkapazitäten in die Krise zu gehen und es ist teuer, mit Unterkapazitäten in den Aufschwung zu gehen und schöne Geschäfte zu verpassen.

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