Meine Meinung
Grüngewaschen
Die Wälder schrumpfen weltweit. Die Druckindustrie kann ihren Teil zur Rettung beitragen.
Von Daniel Schilling
Am 21. März, am Sonntag, war der Tag des Waldes. Zeit sich zu erinnern, woher der Rohstoff kommt, der uns umgibt und mit dem wir Tag für Tag arbeiten – eben, aus dem Wald, liebe Tot-Holz-Liebhaber.
Es ist ja eigentlich auch schön, dass wir mit lebendiger Materie arbeiten, mit Zellulose. Dem Spender des Rohstoffes geht es allerdings nicht gut: Seit 1970 hat sich die weltweite Papierproduktion auf 380 Millionen Tonnen verdreifacht und ein Großteil davon entsteht nicht durch Recycling oder mit Zellulose aus FSC-geprüften Wäldern. Papier ist damit ein wichtiger Mitschuldiger am Schrumpfen der Wälder – wenn auch längst nicht der einzige.
Was also tun? Die Druckindustrie ist in der anspruchsvollen aber auch beneidenswerten Lage, durchaus etwas tun zu können: Dem Kunden kostengünstige umweltfreundliche Alternativen für umweltschädliche Papiere vorschlagen zum Beispiel. Dazu braucht es Wissen und Erfahrung, um den Kunden kompetent zu beraten. Eine Reihe cleverer Unternehmen quer durch Deutschland haben sich diesen Wissensvorsprung in den vergangenen Jahren erarbeitet. Gut für die Vorreiter, schlecht für die Lahmen.
Unschön sind allerdings die Schlaumeier, die sich aufs "Green-Washing" verlegen: Bunte Pflästerchen, Placebos und Gaukelei statt echtem Umweltschutz. Muss das sein? Eben! Also an die Arbeit, damit Druckprodukte wirklich grün sind und nicht nur grüngewaschen.

Für Verlage bedeutet jeder damit gewonnene Leser eine direkte und langfristige Kundenbeziehung und die Basis für Paid Content.
Während Plattformen, wie Apple iTunes und Amazon Kindle, die Verlage in die Rolle eines reinen Content-Lieferanten drängen, behalten die Verlage damit den Zugang zum und das Wissen über ihre Leser.
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Die zweitbeste Möglichkeit ist wohl der Einsatz von Papier aus FSC-zertifiziertem Waldanbau. Das FSC-System ist für Druckereien die ihren Kunden die 100%ige Sicherheit (CoC-Standard) geben wollen mit nicht unerheblichem Aufwand verbunden. Zahlreiche Unternehmen scheuen dieen Aufwand und verkaufen ihren Kunden dennoch Papier als FSC-Zertifiziert. Das der FSC dem zuwenig Einhalt gebietet ist ärgerlich. Das der FSC und Druck&Medien auf dieser Internetseite eine Karte veröffentlichen auf der nur ein Bruchteil der FSC-CoC-zertifizierten Druckereien aufgeführt werden ist irreführend und der "Wald-Sache" nicht dienlich sondern riecht nach Geld-Napping unter der Marke "Grün"
Da wo die europäische Papierindustrie den nachwachsenden Rohstoff Holz bezieht, wird das Ökosystem Wald nachhaltig genutzt. Eine Zertifizierung hilft, dies glaubwürdig zu dokumentieren. Dazu gibt es jedoch mehrere geeignete Zertifizierungssysteme, zu denen sowohl FSC als auch PEFC zählen.