Die Glosse zur Woche

Voll im Bilde

Der Fotodienstleister CeWe Color erklärt die Restrukturierung für beendet – und sich zum größten Digitaldrucker Europas.

Die Digitalfotografie hatte die klassische Fotobranche um die Jahrtausendwende in eine schwere Krise gestürzt – der Analogfilm war schneller vom Markt verschwunden als viele der Betroffenen angenommen hatten. Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten. Einige Anbieter machten ihre Fotosparten kurzerhand zu oder schickten sie auf Umwegen in die Insolvenz, andere nahmen den ersten Digitalkamera-Hype mit, bevor auch sie sich im Zuge der weiteren Konsolidierung vom Markt verabschiedeten. 

 

Dass in einem breit aufgestellten Wettbewerb mit CeWe Color ausgerechnet ein einstmals reines Fotogroßlabor den Wandel zum Digitalanbieter meistern würde, schien eher unwahrscheinlich.

 

Umso positiver war das Signal, als der Vorstandsvorsitzende Rolf Hollander am Dienstag im Rahmen der Bilanzpressekonferenz die Restrukturierung der Holding für beendet erklärte. Dem Umbau sind 16 der insgesamt 29 Produktionsstandorte zum Opfer gefallen, zeitgleich sollen mehr als 250 Millionen Euro in digitale Technologien investiert worden sein. 

 

In diesem Jahr will das SDax-Unternehmen wieder steigende Gewinne einfahren. Dabei ist das wichtigste Produkt mit einer erwarteten Wachstumsrate von 35 Prozent auf 3,5 Millionen Stück das Fotobuch.

 

Wenn sich diese Erwartungen erfüllen, lässt das Geschäft mit der massenhaften Individualisierung von Drucksachen, die als Einzelexemplar zum Stückkostenpreis gefertigt werden, die Digitaldruckmaschinen von CeWe Color in ganz Europa auf Hochtouren laufen. Und das, während so manch traditioneller Druckereibetrieb noch immer auf die fortschreitende Digitalisierung starrt wie das Kaninchen auf die Schlange.

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