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Ist klimaneutrales Drucken der richtige Ansatz?
Prinzip und Wirksamkeit des klimaneutralen Druckens werden in der Branche kontrovers diskutiert. Was taugen die angebotenen Zertifizierungen? Dienen sie möglicherweise mehr Marketingzwecken als der Umwelt? Auf welche Maßnahmen setzen Sie?
Frank Manhillen, Manhillen Drucktechnik
Jeder Einzelne kann einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Ich sehe das sogar als umweltpolitische Verpflichtung. Ob das über den Erwerb entsprechender Zertifikate erfolgen muss, stelle ich in Frage.
Nachhaltiges Umweltengagement demonstrieren wir bei der Manhillen Drucktechnik GmbH, indem wir mit einer großen Photovoltaikanlage auf dem Gebäude 12,5 Tonnen CO2 pro Jahr sparen. Zudem nutzen wir Regenwasser und recyceln das Kühlwasser.
Wolfgang Schulz-Heidorf, Hermann Schlesener KG
Durch Einsatz des CO2-Rechners, dessen Funktionalität wissenschaftlich abgesichert ist, erhält die Druckerei Hermann Schlesener KG für unsere Auftraggeber aus Agenturen und Verlagen hieb- und stichfeste Werte.
Diese liefern wichtige Hinweise für eine möglichst klimaschonende Produktion. So wie man sich beim Neuwagenkauf Gedanken über den CO2-Ausstoß macht, erleben wir Produktverantwortliche, die mehr Informationen einfordern.
Dirk Bräuer, Print 64
Die Diskussion halte ich für Zeitverschwendung. Klimaschutz ist zwingend notwendig, für uns und unsere Kinder. Die Branche muss nach klimaschonenden Produktionswegen suchen. Bei Print 64 drucken wir mit einer Heidelberg XL 105-6+L alkoholfrei und mit reduziertem Energiebedarf.
Aber alle Veränderungen brauchen Zeit. Mit Zertifikaten lässt sich kurzfristig etwas bewirken. Unsere Kooperation mit Nature Office ist einer der Bausteine zur Zukunftssicherung.
Steffen Schnizer, Cartondruck
Klimaschutz ist kein Marketing, sondern globale Verantwortung. Vermeidung und Schonung von Ressourcen ist primär Aufgabe, erst dann ist Kompensation ein weiteres Instrument. Damit wird tatsächlich und nachweisbar CO2 reduziert.
Dieser gesamtheitliche Nachhaltigkeitsansatz ist Teil unserer Unternehmensphilosphie. Für die Konsumenten ist die Nachvollziehbarkeit und Transparenz wichtig. Deshalb arbeiten wir mit ClimatePartner zusammen.





Die Druckbranche ist eine der Ersten, die für ihre gesamte Wertschöpfungskette zumindest befriedigende Berechnungsmodelle vorweisen kann. Damit bietet sie Grundlagen die zur Vermeidung und zum Ausgleich, entsprechend den im Kyoto-Protokoll festgelegten Möglichkeiten, unabdingbar sind.
Die Druckindustrie kann mit ihrer besonderen Position als Kommunikationsbranche Wesentliches zur Verbreitung eines neuen Umweltbewusstseins beitragen. Dies kann sich auf Dauer auch auf die Handlungen in anderen Branchen und auf das private Handeln jedes Menschen und damit Konsumenten auswirken.
Insofern finde ich es überhaupt nicht verwerflich, wenn Druckereien damit werben, ihre Prozesse auf Möglichkeiten zur Ressourcenschonung überprüft und entsprechend verändert zu haben,. Es spricht auch nichts dagegen, wenn diese Druckereien ihren Kunden die Möglichkeit bieten, die unbedingt notwendigen Emissionen durch den Ankauf von Zertifikaten auszugleichen und mit entsprechenden Hinweisen zu werben. Diesen Kunden entsteht damit ein nachhaltiger Imagegewinn. Das erlaubt wiederum den Druckereien ihre Leistung nicht nur über den Preis zu verkaufen. Das kommt am Ende der gesamten Branche zugute.
Schön wäre es wenn möglichst viele Druckereien für sich einen Ansatz fänden, mit dem sie Ihre Leistung über möglichst Imagewirksame Alleinstellungsmerkmale verkaufen könnten.
Durch spezielle Analysen und Handlungsempfehlungen lässt sich dies u.a. durch Wärmerückgewinnung, alkoholarmes/-freies Drucken oder einer verbesserten Feuchtmittelaufbereitung erreichen.
Das Spannende ist aber, dass die zertifizierte Druckerei dadurch zum Klimaschutz-Enabler für seine Kunden wird. Somit wird das klimaneutrale Drucken zu einer tatsächlichen validen Option im freiwilligen Klimaschutz. Das Geld fließt in Schutzprojekte weltweit, die ohne ein solches Engagement nicht oder nur zur Teil stattfinden könnten. Aus Sicht von natureOffice somit ein klares "Ja" zum klimaneutralen Drucken. Und mit strikten Regeln beim Einsatz von Kennzeichnungen (z.B. durch den konsequenten Einsatz von ID-Nummern zur Nachverfolgung seit dem ersten Druckjob oder höchste Standards bei der Kompensation) ergibt sich für jeden Kunden die nötige Transparenz, die Vertrauen in den Prozess schafft.
Klimaneutral drucken ist nicht genug - zuerst vermeiden ist der ökologisch richtige Weg
Die Druckerei Senser aus Augsburg zählt zu den Pionieren, wenn es um klimaneutrales Drucken geht. Bereits 2006 beschäftigte sich die Geschäftsleitung von Senser Druck GmbH mit diesem Thema. Doch vertritt Senser die Meinung: „Klimaneutral drucken alleine genügt nicht“.
Um den klimaneutralen Druck glaubhaft zu vermitteln, sind umfangreiche begleitende Maßnahmen nötig:
Senser druckt bereits seit den 80er Jahren mit mineralölfreien Biofarben auf der Grundlage von nachwachsenden Rohstoffen wie Rapsöl und verschiedenen Holzölen.
Durch die Installation von besonders stromsparenden Druckmaschinen konnte der Stromverbrauch um etwa 30 Prozent reduziert werden. Seit Januar 2008 produziert Senser ausschließlich mit Ökostrom aus Wasserkraft, welcher vom TÜV Süd zertifiziert ist, um die ökologische Herkunft sicher zu stellen.
Die Maschinenabwärme der Druckmaschinen und der Zusatzaggregate wird über einen Wärmetauscher zum Heizen der Produktionsräume genutzt.
Mit der neuen HighTech Solarstromanlage produziert Senser etwa 25 Prozent seines Strombedarfs selbst. Das Dach der gesamten Produktionsfläche wurde vor der Solarstrom-Montage zusätzlich isoliert.
Natürlich verwendet Senser nur Papiere aus kontrolliertem forstwirtschaftlichen Anbau.
Mit diesen umfassenden begleitenden Maßnahmen konnten wir den CO2 Ausstoß in den letzten drei Jahren um über 400 Tonnen reduzieren. Die CO2 Reduzierung durch den klimaneutralen Druck betrug zusätzlich nochmal ca. 350 Tonnen. Nur durch diese weitreichenden „begleitenden Maßnahmen“ ist der klimaneutrale Druck für die verbleibenden unvermeidbaren Emissionen zu vertreten.
Die Anforderung für den klimaneutralen Druck ist eindeutig:
Zuerst vermeiden - den unvermeidbaren Rest klimaneutral stellen.
Das ist das einzig richtige ökologische Konzept - auf jeden Fall bei Senser Druck.
Über Senser Druck GmbH:
Moderne Offsetdruckerei in Augsburg, Bayern, mit 31 hochqualifizierten Mitarbeitern, spezialisiert auf vierfarbige Kataloge, Broschüren, Prospekte und Flyer in top Qualität. Besonderer Wert wird auf ökologische Produktion gelegt. Wir drucken klimaneutral mit Biofarben und Ökostrom aus Wasserkraft auf gute Recyclingpapiere und hochwertige Bilderdruckpapiere aus kontrolliertem Anbau. Ein weiterer Service ist unser Internetprogramm von flyer-wahn.eu, wo einige Drucksachen sehr günstig, aber auch ökologisch gedruckt angeboten werden. Alle Kunden können auf das kostenlose Bildarchiv pix4print.de mit ca. 20.000 Fotos zugreifen.
Climate Partner:
wir sind einer der ersten Online-Shops in der BRD, der autorisierter und zertifizierter Climate Partner wurde und dadurch "klimaneutral" gestellt ist.
Klimaneutral bedeutet den Ausgleich von entstandenen Emissionen, also die Neutralisierung durch die Einsparung der gleichen Menge an anderer Stelle.
Die Umsetzung klimaneutraler Aktivitäten geschieht operativ durch den Ankauf und die Stilllegung von ökologisch hochwertigen Emissionszertifikaten aus anerkannten Klimaschutzprojekten.
PEFC:
PEFC (Pan-European Forest Certification) ist eine Initiative der privaten Forst- und Holzwirtschaft. Wir sind nach PEFC zertifiziert und geben so unseren KundInnen die Sicherheit, dass das gekennzeichnete Holz und die daraus erzeugten Produkte aus einer pfleglichen Waldwirtschaft stammen.
PEFC verfolgt die Stärkung und Verbesserung des Images der Forstwirtschaft und der Holzprodukte. Nicht jedes Druckprodukt lässt sich mit Recyclingpapieren realisieren. Wenn aus Frischfasern erzeugtes Papier verarbeitet wird, dann sollten die Rohstoffe dafür nach Möglichkeit aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen!
Da nun auch der Papiergroßhandel zertifiziert ist, können wir jetzt die Kette schließen. Dabei muß die Herkunft der Rohstoffe nachvollziehbar sein, denn erst das vermittelt die Sicherheit für einen umweltgerechten und nachhaltigen Einsatz.
FSC:
Produkte mit dem FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) durchlaufen von der Waldstraße bis zum Endverbraucher eine Reihe verschiedener Handels- und Verarbeitungsstufen, die sogenannte Produktkette.
Wir als umweltbewußte Druckerei sehen in der FSC-Zertifizierung eine Möglichkeit, einen aktiven Beitrag im Umgang mit unserer Umwelt zu leisten. Für unsere KundInnen ergibt sich daraus die Chance, ebenfalls einen wichtigen Platz in dieser Produktkette einzunehmen.
Papiere mit dem FSC-Zertifikat stellen sicher, dass zertifiziertes Holz korrekt durch alle Verarbeitungsprozesse läuft und nicht mit Rohstoffen aus strittigen Quellen vermischt wird.
Die Produktketten-Zertifizierung garantiert VerbraucherInnen, dass Produkte mit FSC-Siegel tatsächlich aus einem zertifizierten und verantwortungsvoll bewirtschafteten Forstbetrieb stammen und leistet dadurch einen Beitrag zur Verbesserung der weltweiten Waldbewirtschaftung.
Naturstrom:
Die komplette Produktion in der Druckerei wird mit Ökostrom der NaturEnergie AG (NEAG) versorgt. Dadurch verwenden wir zu 100 Prozent emissionsfrei und regenerativ erzeugten Ökostrom aus Wasserkraft.
Durch unsere Umstellung auf Naturstrom leisten wir einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz, indem wir jährlich ca. 720 Tonnen CO2 einsparen!
Dadurch leisten wir einen Klimabeitrag, der sich rechnerisch wie folgt anschaulich darstellen lässt:
* um diese Menge CO2 zu binden, müssten 385.000 Eichen gepflanzt werden;
* dies entspricht der CO2-Speicherleistung einer Aufforstungsfläche von ca. 72 Hektar,
* den CO2-Emissionen einer PKW-Fahrleistung von ca. 3,9 Mio. Kilometer sowie
* der Vermeidung von 1,120.000 g radioaktiven Abfalls pro Jahr.
Für alle obigen Maßnahmen wurden von den entsprechenden Institutionen Zertifikate ausgestellt, die auf der Website der Druckerei unter
http://www.kastner-callwey.de/zertifikate/ zu sehen sind.
In diesem Fall wird das Thema Umweltschutz nicht "ausgeschlachtet", sondern der Einsatz umweltfreundlicher und ökologischer Technologie wird hier wirklich "gelebt"!
Fast täglich erreichen uns über Funk und Fernsehen erschreckende Nachrichten über die Klimaerwärmung: Gletscherschmelze, Dürrekatastrophen, Tiersterben, Überflutungen und Hurrikans. Viele dieser Katastrophen werden dem globalen Klimawandel zugeordnet. Dieser Klimawandel wird durch die ansteigenden Treibhausgase verursacht und wissenschaftlich ist nachgewiesen, daß insbesondere CO2-Emissionen dafür verantwortlich sind.
Der Handlungsbedarf zur Reduzierung der Treibhausgase, insbesondere der CO2-Emissionen ist unumstritten und sofort zwingend nötig, um eine weitere Klimaerwärmung einzudämmen.
Eigentlich ist es sehr einfach CO2-Emissionen zu reduzieren. Ein kleineres oder ein spritsparendes Auto, oder sogar ein Elektroauto, eine alte Glühbirne durch eine Energiesparlampe ersetzen, Licht und Stromfresser immer ausschalten, Mehrwegverpackungen einzusetzen, usw. - die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Jeder sollte für sich selbst weniger beanspruchen - die Welt gehört nicht uns.
Erfreulicher Weise gibt es seit geraumer Zeit die Möglichkeit, bei vielen Unternehmen klimaneutrale Produkte einzukaufen.
Einige Unternehmer in Deutschland bieten auf freiwilliger Basis klimaneutrale Produkte an. Klimaneutralität bedeutet den Ausgleich von schädlichen Treibhausgasen, das heißt: unvermeidbare Emissionen werden berechnet und durch Neutralisation oder durch die Einsparung der berechneten Emissionsmenge an anderer Stelle wieder ausgeglichen.
Natürlich ist es zwingend nötig alle vermeidbaren Emissionen auf das Minimum zu reduzieren, dann ist es auf jeden Fall löblich, die verbleibenden unvermeidbaren Emissionen durch den Ankauf und Stilllegung von ökologisch hochwertigen Emissionsminderungs-Zertifikaten auszugleichen. Über diese Zertifikate finanzieren sich anerkannte Klimaschutzprojekte in aller Welt, wie zum Beispiel ein Wasserkraftwerk in Guatemala oder ein Windpark in Indien. Voraussetzung ist natürlich, daß es sich um zertifizierte Projekte handelt, die neben ökologischen auch die sozialen Aspekte vor Ort berücksichtigen.
Fazit: klimaneutrale Produkte sind eine sinnvolle Ergänzung im aktiven Klimaschutz.
Bernhard Tokarski
www.senser-druck.de
www.flyer-wahn.eu
www.pix4print.de
Bergstraße 3
86199 Augsburg
anfragen(at)senser-druck.de
Kleine Ergänzung von uns: man tut es selbst!
Selbst bedeutet in der eigenen Produktion anzusetzen und aus eigener Kraft Emissionen zu vermeiden.
Unser Ansatz: Seit 1982 produziert die Druckerei Quint in Schleswig Holstein Drucksachen unter besonderer Beachtung
ökologischer und klimaneutraler Verfahrenstechnik. Dazu zählen insbesondere die Nutzung
regenerativer Energien und der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen. So wird
der gesamte Strombedarf der Druckerei mittels einer eigenen Windkraftanlage generiert und dank des
hohen Wirkungsgrades der Anlage können zwei Drittel des produzierten Stromes in das öffentliche Netz
eingespeist werden. Das im Betrieb benötigte Warmwasser wird mittels Sonnenkollektoren erzeugt und
zusammen mit dem eigenen geothermischen Kraftwerk wird die Beheizung der Produktionsräume völlig
autark und ohne den Zukauf von Fremdenergie gewährleistet. Auch beim Frischwasser geht Quint einen
eigenen Weg: Das in der Druckerei genutzte Wasser wird in der eigenen Wurzelraum-Kläranlage auf
Trinkwasserqualität aufbereitet und schließt damit den eigenständigen Kreislauf.
Michael Trilling
www.druckerei-quint.de
info(at)druckerei-quint.de