Zukunft für die Zeitung?

Welche Perspektiven gibt es für gedruckte Zeitungen und Postwurf-Handelswerbung? Lässt sich mit innovativen Falzprodukten und Werbe-Sonderformen den Online-Medien entgegen steuern? Druck&Medien befragte Vertreter zweier Rollen-Offsetdruckereien zu diesem Thema.

Ernst-Ulrich Dill, Geschäftsführer Schenkelberg Druck Weimar GmbH (Nohra/Weimar)

Ernst-Ulrich Dill, Geschäftsführer Schenkelberg Druck Weimar GmbH (Nohra/Weimar)

Unsere Firma produziert Anzeigen-Wochenblätter und Handelswerbung zu gleichen Anteilen. Wochenzeitungen werden langfristig Perspektiven haben, sofern sie als Lokalblätter auf qualifizierte Regionalisierung oder als Fachblätter auf Branchen-Spezialisierung setzen. Wir stellen heute fest: Während einerseits das Anzeigenvolumen abnimmt, verzeichnen wir andererseits mehr Beilagen-Aufträge. Bedarfsweise werden die Beilagen in bestimmten Regionen flächendeckend oder über unseren Geomarketing-Support selektiv verteilt. Außerdem produzieren wir Sonderwerbeformen, darunter den „XXL-Altarfalz“, ein ungeklebtes Falzprodukt mit einer achtseitigen Panoramafläche von 126 cm Breite, und mehrere darauf basierende Versionen. Damit erzielen Kunden deutlich höhere Responsequoten als sonst üblich. Letztlich ergänzt Print andere Medien schon heute sinnvoll: Unsere Kunden schalten Hörfunk- und TV-Spots und locken mit gedruckten Prospekt-Beilagen ins Internet.

Adrian Alt-Steiner, Druckereileiter/Prokurist Main-Post GmbH & Co. KG (Würzburg)

Adrian Alt-Steiner, Druckereileiter/Prokurist Main-Post GmbH & Co. KG (Würzburg)

Zukunft für die Zeitung sehe ich nach wie vor. Mit sinkenden Auflagen muss man umgehen lernen, darauf reagieren wir. Ob über Online-Medien oder feinere Regionalisierung – unsere Mediengruppe publiziert 16 Zeitungs-Lokalausgaben –, das muss man ausprobieren und einen profitablen Mix finden. Wir steigern die Druckqualität, erhöhen die Einsteckleistung, entwickeln pfiffige Printprodukte, die dem Anzeigenteam neue Türen öffnen: Hierzu sind ein Wirtschafts-, ein Premium-, ein Verbrauchermagazin als auch Sonderwerbeformen wie Zip’n’Buy, Super-Pano‘, Natural Print oder Half Cover zu nennen. Kürzlich haben wir in einer einzigen Beilage durch Falzen, Kleben und Perforieren drei Panoramaseiten mit zwei „Zips“ zum Aufreißen kombiniert. Darüber steht eine wertvolle Redaktionsleistung, die sich von der Copy & Paste-Mentalität im Online-Bereich abhebt. Bewegung vorausgesetzt, kann damit eine verantwortliche und wirtschaftliche Basis gehalten werden!

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