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Mangelt es an gut qualifizierten Fachkräften?
Kommt das Gespräch auf das Thema Fachkräfte in der Druckindustrie, so gehen die Meinungen auseinander: Während die einen den Mangel an qualifizierten Bewerbern beklagen, sind andere mit der Professionalität ihres Personals zufrieden. Wir haben nachgefragt.
Winfried Gaber, Vorstandsvorsitzender, Infowerk AG, Nürnberg
Die Frage kann ich ganz klar verneinen. Hier bei uns in Nürnberg gibt es keinen Mangel an Fachkräften mit den notwendigen Qualifikationen für die Aufgaben in unserem Unternehmen. Das war eigentlich noch nie ein Problem. Wir haben jetzt zwei sehr gute Auszubildende eingestellt, die ihr erstes Lehrjahr bei Quelle absolviert hatten. Das führt mich zu einem Gesichtspunkt, der viel entscheidender ist: Man muss als Unternehmer vorausschauend handeln und selber ausbilden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass einige unserer besten Mitarbeiter schon als Auszubildende zu uns gekommen sind.
Cornelia Rose-Olbrisch, Verband Druck und Medien Nord
Vor dem Hintergrund der deutlicher werdenden Folgen des demografischen Wandels sind zunehmend diejenigen Unternehmen bei der Fachkräftesuche erfolgreich, die mit familienfreundlichen Arbeitsbedingungen werben können. Größere Unternehmen zum Beispiel in der Autoindustrie werben schon länger mit Familienfreundlichkeit und haben damit Erfolg, nicht nur bei Frauen. Auch Männer bevorzugen Arbeitsplätze, auf denen sie nicht nach "Präsentismus" bewertet werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht bei vielen über der Frage nach Vergütung und Vorsorge.
Karl Nolle, Geschäftsführender Gesellschafter, Druckhaus Dresden
Wer nicht ausbildet, soll nicht Fachkräftemangel beklagen. Im Unterschied zu den Großen haben vor allem die kleinen Betriebe höhere Ausbildungsquoten. Sie kommen vorbildlich ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung im dualen Ausbildungssystem nach, auch wenn es schwieriger wird, motivierte, mit guten Zeugnissen ausgestattete Schulabgänger zu finden. Mittelständische Unternehmen müssen aus Qualitätsgründen über ihren eigenen Bedarf hinaus ausbilden, um leistungsstarke und leistungsbereite Azubis übernehmen zu können und um gegen Personalabwerbung der Großen gewappnet zu sein.





