Ist das Arbeitspensum von Druckern gesund?

    Dreischichtbetrieb, Wochenend-Arbeit, Überstunden,Termindruck, Kundenbetreuung – das bestimmt den Alltag aller Druckunternehmer. Und selbst im Urlaub geht’s nicht ohne Blackberry. Können Sie im Urlaub richtig abschalten?

    Ivo I. Odak, Rösler Druck, Schorndorf

    „Nicht nur in der Druckindustrie, sondern auch in anderen Branchen wird der Alltag durch dieselben Symptome geprägt. Daher bin ich der Überzeugung, dass es eine grundsätzliche Frage der Organisation ist, ob ein Betrieb so strukturiert und organisiert ist, dass auch der Unternehmer ein paar Tage im Jahr im Urlaub ohne Sorgen und Angst, ob alles glatt geht, abschalten darf und vor allem kann.
    Das geht insbesondere, wenn man verantwortungsvolle Mitarbeiter hat. Ich habe es dieses Jahr zum ersten Mal ohne Blackberry geschafft mich nicht nur körperlich sondern vor allem mental zu erholen.
    Als Informationsjunkie habe ich zwar unregelmäßig am Laptop meine E-mails gelesen, jedoch ohne zu antworten, ohne Stellung zu nehmen und ohne Informationen weiterzuleiten. Denn wenn man schon Verantwortung abgibt, dann sollten diese Personen auch die Chance  erhalten, dieser gerecht zu werden. Dazwischenfunken ist in meinen Augen fehlendes Vertrauen in die Kollegen.“

    Ralf Lemkau, Foag & Lemkau, München

    „Ein Dreischichtbetrieb ist grundsätzlich für keinen Mitarbeiter gesund. In der Regel müssten zwei Schichten für die Produktion ausreichen. Dabei dient das Wochenende bestenfalls möglichst zum Ausruhen. Die Produktionstermine werden allerdings immer kurzfristiger, wobei ich das  nicht tragisch finde, denn diese knappen Zyklen haben einen großer Anteil  an unserer Existenz in Deutschland.
    Im Urlaub sollte man in der Lage sein, auf das Telefon und Blackberry zu verzichten, denn diese Zeit im Jahr ist  zur Erholung gedacht. (Führungspersonal sollte im Notfall erreichbar sein).
    Die Urlaubsvertretung muss eigentlich die anfallende Arbeit erledigen können. Im Vergleich zu anderen Industriezweigen wird in der grafischen Industrie viel gearbeitet und so manches Projekt kurzfristig realisiert. Das kostet Energie, es macht aber auch Spaß den Anforderungen gerecht zu werden. Gute Leistungen werden in der Regel auch honoriert“

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