10.03.2009 | Bitkom
Deutsche wollen E-Books
Schlechte Aussichten für das gedruckte Buch: Kurz vor Beginn der Leipziger Buchmesse veröffentlicht der IT-Verband die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage, der zufolge 2,2 Millionen Deutsche in 2009 digitale Bücher kaufen wollen.
(dmnet) Laut der Umfrage des Marktforschungsinstitutes Forsa kommen E-Books insbesondere bei jungen Menschen gut an. Von den 14- bis 29-Jährigen – also in der Generation der Schüler, Lehrlinge und Studenten – plane jeder Zwanzigste den Kauf eines elektronischen Buches in diesem Jahr.
"Digitale Bücher vereinen die Stärken des Buchs mit den Vorzügen der digitalen Welt – jeder kann die Inhalte Tausender Bücher bei sich tragen, ohne sich abzuschleppen", so Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. "Die Zeiten, in denen man sich vor dem Urlaub für den Reiseführer entscheiden musste, gehören der Vergangenheit an. Jetzt können ganze Bibliotheken eingepackt werden."
Hintergrund: Mit der Leipziger Buchmesse, die am 12. März in der Druckerstadt ihre Tore öffnet, fällt in Deutschland für einige Anbieter der Startschuss für das Massengeschäft mit dem E-Book und entsprechenden Lesegeräten. Insbesondere Sony will mit seinem Reader groß einsteigen und hat dazu Kooperationen mit Libri, Thalia und dem deutschen Buchhandel geschlossen. Ab dem 11. März wird das Sony-Lesegerät deutschlandweit in 230 Thalia-Filialen und über 200 weiteren Buchhandlungen angeboten. (ila)





In einer aktuellen Glosse stampft dagegen die FAZ auch die aktuellen E-Books Modelle in den Orkus, mit 3 wesentlichen Gründen:
- Formatchaos
- DRM (Digital Rights Management)
- Leseverhalten, was nicht zu E-Book Vorteilen passt – wer liest schon mehr als ein Buch gleichzeitig?
Das würden zwar Wissenschaftler und Studenten tun, aber aufgrund der ersten beiden Punkte für ihre Arbeiten E-Books nicht ernsthaft nutzen können. Ich füge hinzu: Solange E-Books in der Regel keine PDF-Formate unterstützen, sowieso nicht, denn das ist das einzige Format, in dem man die meisten wissenschaftlichen Veröffentlichungen bekommen kann.
Wenn ein Verband meint, wieder eine Menge Elektronik-Schrott promoten zu müssen, so ist das seine Sache. Von Druck&Medien erwarte ich an dieser Stelle die sonst übliche kritische Distanz!