19.01.2009   |   Bundesdruckerei

"Unregelmäßigkeiten" in Südamerika

Die geplante Wiederverstaatlichung der Bundesdruckerei wird von schweren Finanzvorwürfen überschattet. In Medienberichten ist die Rede von "hohen Risiken für Wirtschaftlichkeit und Reputation".

Venezolanischer Pass

(dmnet) Internen Unterlagen zufolge soll es bei der Bundesdruckerei nach Informationen des "Spiegel" zu erheblichen "Unregelmäßigkeiten" im Südamerika-Geschäft der Druckerei gekommen sein. In einem "Situationsbericht" warnen Insider die Bundesregierung vor "hohen Risiken für Wirtschaftlichkeit und Reputation".

Es geht dabei um Aufträge der venezolanischen Regierung des umstrittenen Staatspräsidenten Hugo Chávez, der die Bundesdruckerei bei der Herstellung von Reisepässen und Identitätskarten helfen sollte. Dabei sollen an drei dubiose panamesische Gesellschaften hohe Zahlungen geflossen sein, deren Verwendung die Bundesdruckerei nun erklären muss.

Bei den Projekten wurden laut "Spiegel" teilweise bis zu 30 Prozent des Auftragsvolumens als Provision, Service- oder Beratungsleistungen gezahlt. Obwohl zwei der Aufträge mit einem geplanten Umsatzvolumen von rund 45 Millionen Euro bislang nicht zustandegekommen seien, habe man sie bis zum Frühjahr 2008 in den Verkaufsunterlagen der Bundesdruckerei als Auslandsumsätze präsentiert.

Im Bundesinnenministerium hieß es dazu am Freitag, man bemühe sich "um eine Aufklärung der behaupteten Sachverhalte". Die Bundesdruckerei selbst weist dagegen alle Vorwürfe zurück: Die Venezuela-Geschäfte seien rechtmäßig abgelaufen, die Panama-Gesellschaften hätten angemessene Gegenleistungen erbracht.

Die vom "Spiegel" zitierten Vorwürfe eines vermeintlichen Insiders entbehrten jeder Grundlage, erklärte am Samstag eine Sprecherin des Unternehmens. Wörtlich heißt es in der Erklärung: "Die offensichtlich anonym an mehrere Adressaten versandten aufgestellten Behauptungen sind falsch und werden von der Bundesdruckerei uneingeschränkt zurückgewiesen." (red)




Kommentare zu diesem Beitrag

Kiram Tuyedahanet , 19.01.2009:
Hört sich fast so an, als sei hier jemand bemüht die Wiederverstaatlichung zu stören. Vielleicht ein ehemals nicht erfolgreicher potentieller Käufer? Panama ist schliesslich in ganz Lateinamerika als Finanzzentrum beliebt und eine Vielzahl von Binnenmarkt-Transaktionen läuft völlig legal über das Land. Zudem mutet es geradezu albern an, zu mutmassen dass bei der Bundesdruckerei dubiose Geschäftspraktiken unter der Ägide des Treuhänders möglich gewesen wären. An den Kontrollmechanismen des hochengagierten und als juristischen Perfektionisten bekannten Klaus Gondert vorbei mit Sicherheit nicht.
Der Schuss könnte für die Vermenger von Halwahrheiten und Verbreiter haltloser Mutmassungen nach hinten losgehen; besonders falls es sich um einen enttäuschten Konkurrenten handelt, der sich möglicherweise mit (auf sich bezogenen) projizierten Szenarien an einem Widersacher versucht. Aus dem Glashaus heraus sollte mann bekanntlich nicht mit Steinen werfen.

fraudwatch , 20.01.2009:
Die Bundesdruckerei hatte sich 1998 schon einmal bei einem "Geschäft" in Venezuela gewaltig die Finger verbrannt, als ein Pass-Projekt mit einem Umsatzvolumen in Höhe von ca. USD 350 Mio. in letzter Sekunde platze und die Herren der Bundesdruckerei in der Deutschen Botschaft in Caracas, zusammen mit dem Deutschen Botschafter, die Korken knallen liessen. Die in der Schweiz und Venezuela ansässige Fa. EURODELTA dürfte sich auch heute noch die Haare raufen angesichts der dilettantischen Vorgehensweise der damaligen Manager der Bundesdruckerei.

Scheint so, als hätte die Bundesdruckerei aus dem Desater von 1998 nichts gelernt.

fraudwatch , 04.02.2009:
Die Bundesdruckerei hatte sich 1998 schon einmal bei einem "Geschäft" in Venezuela gewaltig die Finger verbrannt, als ein Pass-Projekt mit einem Umsatzvolumen in Höhe von ca. USD 350 Mio. in letzter Sekunde platze und die Herren der Bundesdruckerei in der Deutschen Botschaft in Caracas, zusammen mit dem Deutschen Botschafter, die Korken knallen liessen. Die in der Schweiz und Venezuela ansässige Fa. EURODELTA dürfte sich auch heute noch die Haare raufen angesichts der dilettantischen Vorgehensweise der damaligen Manager der Bundesdruckerei.

Scheint so, als hätte die Bundesdruckerei aus dem Desater von 1998 nichts gelernt.

Kiram Tuyedahanet , 04.02.2009:
Hört sich fast so an, als sei hier jemand bemüht die Wiederverstaatlichung zu stören. Vielleicht ein ehemals nicht erfolgreicher potentieller Käufer? Panama ist schliesslich in ganz Lateinamerika als Finanzzentrum beliebt und eine Vielzahl von Binnenmarkt-Transaktionen läuft völlig legal über das Land. Zudem mutet es geradezu albern an, zu mutmassen dass bei der Bundesdruckerei dubiose Geschäftspraktiken unter der Ägide des Treuhänders möglich gewesen wären. An den Kontrollmechanismen des hochengagierten und als juristischen Perfektionisten bekannten Klaus Gondert vorbei mit Sicherheit nicht.
Der Schuss könnte für die Vermenger von Halwahrheiten und Verbreiter haltloser Mutmassungen nach hinten losgehen; besonders falls es sich um einen enttäuschten Konkurrenten handelt, der sich möglicherweise mit (auf sich bezogenen) projizierten Szenarien an einem Widersacher versucht. Aus dem Glashaus heraus sollte mann bekanntlich nicht mit Steinen werfen.

fraudwatch , 05.03.2009:
Die Bundesdruckerei hatte sich 1998 schon einmal bei einem "Geschäft" in Venezuela gewaltig die Finger verbrannt, als ein Pass-Projekt mit einem Umsatzvolumen in Höhe von ca. USD 350 Mio. in letzter Sekunde platze und die Herren der Bundesdruckerei in der Deutschen Botschaft in Caracas, zusammen mit dem Deutschen Botschafter, die Korken knallen liessen. Die in der Schweiz und Venezuela ansässige Fa. EURODELTA dürfte sich auch heute noch die Haare raufen angesichts der dilettantischen Vorgehensweise der damaligen Manager der Bundesdruckerei.

Scheint so, als hätte die Bundesdruckerei aus dem Desater von 1998 nichts gelernt.

Kiram Tuyedahanet , 05.03.2009:
Hört sich fast so an, als sei hier jemand bemüht die Wiederverstaatlichung zu stören. Vielleicht ein ehemals nicht erfolgreicher potentieller Käufer? Panama ist schliesslich in ganz Lateinamerika als Finanzzentrum beliebt und eine Vielzahl von Binnenmarkt-Transaktionen läuft völlig legal über das Land. Zudem mutet es geradezu albern an, zu mutmassen dass bei der Bundesdruckerei dubiose Geschäftspraktiken unter der Ägide des Treuhänders möglich gewesen wären. An den Kontrollmechanismen des hochengagierten und als juristischen Perfektionisten bekannten Klaus Gondert vorbei mit Sicherheit nicht.
Der Schuss könnte für die Vermenger von Halwahrheiten und Verbreiter haltloser Mutmassungen nach hinten losgehen; besonders falls es sich um einen enttäuschten Konkurrenten handelt, der sich möglicherweise mit (auf sich bezogenen) projizierten Szenarien an einem Widersacher versucht. Aus dem Glashaus heraus sollte mann bekanntlich nicht mit Steinen werfen.

Diesen Beitrag kommentieren








envelop

 





Finanz-Nachrichten