21.05.2008 | Studie
Druckereien müssen innovativer werden
Der Markt für gedruckte Medien ist trotz aller Abgesänge noch lange nicht tot und bietet auch Druckereien Chancen. Das behauptet eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger.

Individuelles Kartenspiel, per Video präsentiert – innovative Ideen sollen Kunden zum Druckauftrag bewegen, wie hier bei druckcenter.de
(dmnet) Printmedien könnten trotz der digitalen Konkurrenz wachsen, wenn sie verschiedene Erfolgsfaktoren beherzigen: "Auch wenn der multimediale Wettbewerb mit TV und Internet immer härter wird, haben Printmedien einzigartige Stärken", so Roland Berger-Berater Alexander Mogg. Die Verlage müssten aber jetzt strategisch die Weichen für die nächsten fünf bis zehn Jahre stellen.
"Im attraktiven Segment der Premium-Leser, aber auch in anderen Nischen sehen wir Wachstumspotenziale. Entscheidend für den Erfolg ist die Fähigkeit, Nischen zu besetzen, innovativ zu bleiben und die eigene Marke zu stärken", glaubt Mogg. Premiumkunden seien eher bereit, für hochwertige Angebote Geld zu bezahlen.
Aber auch inhaltlich biete eine gedruckte Zeitung Vorteile: Eine bewusste Entschleunigung des Tagesablaufs sowie mehr Raum für Agenda-Setting, Einordnung und Meinung. Im Redaktionsalltag empfiehlt Roland Berger, Synergien für beide Formen zu schaffen, indem derselbe Inhalt für Print- und Onlineausgabe genutzt wird.
Online und Offline befruchten sich
Dass Offline- und Onlinewelten sich gegenseitig befruchten können, belegt der Studie zufolge die interaktive 3-D-Welt Second Life. Der Verleger und Druckereibesitzer Stefan Wirtz nutzt seit Anfang 2007 die virtuelle Parallelwelt für die geschäftlichen Ziele seines Conte-Verlages und seiner Firma Prisma-Druck. Zwei Monate erkundete Wirtz die künstliche Umgebung und stieß schließlich auf Book Island. Es wird vom britischen Verlag Vision betrieben und bietet anderen Verlegern Geschäftsräume an. "Bereits beim ersten Besuch traf ich die Inselbesitzerin. Nach einem längeren Gespräch stand für mich fest, hier meinen Verlag zu präsentieren", bekundet Wirtz.



