08.01.2008 | Arquana
Nun auch Insolvenz bei Bachem
Zwei Jahr nach der Übernahme durch Arquana droht dem Kölner Unternehmen nun das Aus. Betroffen sind rund 160 Mitarbeiter.
(dmnet) Einen Tag nach dem Insolvenzantrag der Arquana International Print&Media AG hat es nun auch die Kölner Tochter J.P. Bachem erwischt. Das Unternehmen reichte beim zuständigen Amtsgericht in Köln einen Antrag auf Insolvenz-Eröffnung ein.
Der Vorstand der Druck-Holding begründete diesen Schritt damit, dass eine kürzlich durchgeführte Prüfung eine Überschuldung ergeben habe. Diese beruhe zu einem wesentlichen Teil auch auf Forderungsausfällen durch die Insolvenzen von Schwestergesellschaften. Die Aktie der Arquana AG setzte ihre Talfahrt fort und fiel auf 0,15 Euro - ein Minus von 6,67 Prozent im Vergleich zum Vortag.
Gespräche mit Investoren
Arquana-Chef Bodo F. Schmischke: "Das zuständige Amtsgericht in Köln hat mit Beschluss vom 08.01.2008 den sanierungserfahrenen Rechtsanwalt Dr. Christoph Niering zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt.“ Der Betriebsrat sei bereits am Dienstag-Abend bereits durch den vorläufigen Insolvenzverwalter über den Sachstand informiert worden.
Am Mittwoch soll die aktuelle Situation im Rahmen einer Betriebsversammlung gegenüber der Belegschaft von rund 160 Mitarbeitern erläutert werden. In Abstimmung mit Geschäftsleitung und Muttergesellschaft sollen in den kommenden Wochen und Monaten die bereits eingeleiteten Gespräche mit Investoren fortgesetzt werden, um den dauerhaften Erhalt des Unternehmens zu ermöglichen.
Verkäufer erhielten Aktien
Arquana hatte die Kölner Druckerei erst Anfang 2006 erworben. Verkäufer war die Familie Bachem, die beim Verkauf ein größeres Aktienpaket von Arquana erhielt. Der damalige Geschäftsführer Rolf Brinkmann kommentierte den Deal mit den Worten: "Aufgrund der vereinbarten strategischen Zusammenarbeit und des erworbenen Aktienpaketes sind wir sicher, an der positiven Entwicklung der Druckgruppe Arquana zu partizipieren."
Der damalige Vorstands-Chef Friedrich-Carl Wachs äußerte sich ähnlich zuversichtlich. Er sagte: "Die Druckerei Bachem passt insbesondere aufgrund ihrer technischen Ausstattung im Bereich des Rollenoffsetdrucks hervorragend zu Arquana. Mit dem Kauf können wir unsere Druckaktivitäten auf Nordrhein-Westfalen, das als bevölkerungsreichstes Bundesland eine wirtschaftliche Schlüsselstellung einnimmt, erweitern. Der Neuerwerb ist ein weiterer Schritt in unserer 'Buy & Build'-Strategie, die wir konsequent fortsetzen."
Noch vor zwei Jahren "stabil und gesund"
Die Entscheidung der Firmengruppe J.P. Bachem, die 1818 gegründet worden war, sich von der Drucksparte zu trennen, begründete das Unternehmen damals "mit der konsequenten Weiterentwicklung der einzelnen Teile zu einer Mediendienstleistungsgruppe, die heute die komplette Wertschöpfungskette von der Konzeption, der Gestaltung und Vermarktung bis zur vollstufigen Erstellung druckfähiger Daten ebenso wie Online-Produktionen abdeckt".
"Unsere Zukunft liegt in der Dienstleistung und nicht mehr in der Produktion", sagte Gesellschafter Claus Bachem. Und weiter: "Es ist kein Geheimnis, dass sich der Druckmarkt in einer Konzentrationsphase befindet und auf lange Sicht nur Spezialisten und hochprofessionelle Verbünde in diesem, von massivem Preisdruck getriebenen Markt überleben können. Unsere Druckerei ist stabil und gesund, aber wir beobachten die Entwicklung sehr genau und müssen auch hinsichtlich der Sicherung unserer Arbeitsplätze die Zukunft und Strategie der gesamten Firmengruppe J.P. Bachem betrachten. Jetzt haben wir zu einem idealen Zeitpunkt einen optimalen Partner gefunden, der das Know-how und unseren hohen Qualitätsanspruch in der Druckerei fortsetzt und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter am Standort sichert."




