27.09.2007 | KBA
Trennung von Rollentiefdruck
Neuer Eigentümer ist der italienische Hersteller Cerutti. Der Verkauf des schwächelnden Segments wird laut KBA am Standort Frankenthal "zu einer entsprechenden Personalanpassung führen".

Mit dem Verkauf des Tiefdruck-Segments reagiert KBA auf die anhaltende Konzentrationstendenz in diesem Bereich
(dmnet) Der Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer AG (KBA) in Würzburg und der italienische Hersteller Officine Meccaniche Giovanni Cerutti S.p.A. in Casale Monferrato haben vertraglich vereinbart, dass Cerutti von KBA das Segment Rollentiefdruckmaschinen für den Publikations- und Dekordruck inklusive aller geistigen Eigentumsrechte (Know-how, Patente und Konstruktions-Unterlagen) übernimmt. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart.
Im Gegenzug wird KBA die Konstruktion und Herstellung von Falzapparaten für alle neuen Cerutti-Tiefdruckrotationen übernehmen. Auch der After-Sales-Service für alle bisher verkauften KBA-Tiefdruckrotationen wird weiterhin von Koenig & Bauer ausgeführt.
Hoffnung auf Synergieeffekte
Von dem Übereinkommen erwarten sich beide Unternehmen eine Optimierung und Verbesserung der Entwicklungs-, Projektierungs- und Herstellungsprozesse mit entsprechenden Synergieeffekten. Zusätzlich sieht man in der Bündelung der Ressourcen Vorteile für die Tiefdruckanwender, die aufgrund der Entwicklung bei anderen Druckverfahren und den elektronischen Medien unter einem starken Wettbewerbsdruck stehen.
Giancarlo Cerutti, Präsident und CEO der Cerutti-Gruppe: "Wir hatten schon immer großes Vertrauen in den Rollentiefdruck auf einem wettbewerbsintensiven Markt und wir haben dieses industrielle Druckverfahren immer verteidigt. Unsere Investition ist ein Beleg für dieses Vertrauen. Die Vereinbarung mit KBA wird es unseren Kunden ermöglichen, von den Synergien zweier führender Hersteller zu profitieren."
KBA-Aufsichtsrat hat bereits zugestimmt
Claus Bolza-Schünemann, stellvertretender Vorstands-Chef der Koenig & Bauer AG: "Angesichts der auf der Anwenderseite bereits weit fortgeschrittenen Konsolidierung und vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklung ist diese Vereinbarung im Interesse beider Unternehmen und auch der Tiefdruckhäuser in aller Welt. Wir werden Cerutti mit hochwertigen Falzapparaten unterstützen und auch weiterhin einen qualifizierten After-Sales-Service für bereits gelieferte KBA-Tiefdruckrotationen leisten."
Der KBA-Aufsichtsrat hat der Vereinbarung bereits mehrheitlich zugestimmt. Der Verkauf des seit einiger Zeit von einer schwachen Nachfrage geprägten Tiefdruck-Geschäfts wird nach Angaben des Vorstands "am KBA-Standort Frankenthal/Pfalz zu einer entsprechenden Personalanpassung führen".
"Neuausrichtung der Kapazitäten" auch in Franken
Darüber hinaus ist, wie von KBA-CEO Albrecht Bolza-Schünemann bereits Mitte August im Halbjahresbericht angekündigt, angesichts der anhaltenden Investitionszurückhaltung der Zeitungsindustrie auch an den fränkischen Standorten für Zeitungsdruckmaschinen eine "Neuausrichtung der Kapazitäten" erforderlich.
Die vom Vorstand ausgearbeiteten Szenarien zur Kapazitätsanpassung und Ertragssicherung sollen zunächst mit den zuständigen Arbeitnehmergremien diskutiert werden, bevor konkrete Zahlen veröffentlicht werden. An seiner Prognose, die für das Geschäftsjahr 2007 trotz des Nachfragerückgangs im Anlagenbau einen Konzernumsatz und ein Vorsteuerergebnis in Vorjahreshöhe beinhaltet, hält der KBA-Vorstand aktuell weiter fest.



