14.09.2007   |   Prinovis

Diskussion über Standort-Schließungen

Nach Informationen aus gut unterrichteten Kreisen stehen vor allem Ahrensburg und Darmstadt "unter Beobachtung" - hier wird bereits ein Investitionsstopp erwogen.

Prinovis-Standorte

(dmnet) Derzeit mehren sich die Anzeichen, dass Europas größter Tiefdruckkonzern Prinovis ernsthaft über die Schließung von Druckereien nachdenkt. Entsprechende Gerüchte gibt es seit einigen Wochen, zumal Prinovis-Manager Klemens Berktold, der seit Sommer 2006 die Geschäfte in Ahrensburg und Itzehoe führt, laut Ver.di auf einer Betriebsversammlung in Darmstadt angekündigt hatte, langfristig wolle man sich auf drei Standorte in Deutschland konzentrieren.

Momentan beschäftigt Prinovis rund 4.000 Mitarbeiter und betreibt fünf Tiefdruckereien, und zwar in Itzehoe, Nürnberg, Dresden, Ahrensburg und Darmstadt. Nach Informationen aus gut unterrichteten Kreisen aus dem Hause Bertelsmann stehen insbesondere die zwei letztgenannten Standorte "unter Beobachtung".

Das Joint Venture Prinovis, eine Mischung aus britischer Limited und deutscher Kommanditgesellschaft, gehört den drei Medienkonzernen Axel Springer AG (25,1 Prozent), Gruner + Jahr (37,45 Prozent) und Bertelsmann (37,45 Prozent), die vor etwa zwei Jahren ihre Tiefdruck-Aktivitäten zusammengelegt hatten. Der Umsatz liegt nach unbestätigten Experten-Schätzungen bei rund einer Milliarde Euro, die Umsatzrendite bei etwa acht Prozent.

Mit dieser Umsatzrendite ist offenbar insbesondere Bertelsmann nicht zufrieden. Daher drängt das Gütersloher Unternehmen auf den Abbau von Personalkosten und Überkapazitäten. Dem Vernehmen nach wird die Streichung von mindestens 150 Stellen erwogen. Außerdem soll die Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich erhöht werden - so zumindest sieht es ein so genanntes "betriebliches Bündnis zur Beschäftigungssicherung" vor.

Neben den fünf deutschen Standorten betreibt Prinovis seit 2006 noch eine neu erbaute Tiefdruckerei in Liverpool, die auf 63.000 Quadratmetern mit modernsten Maschinen ausgestattet ist. Sobald alle Installationsarbeiten abgeschlossen sind, werden eine 2,75 m breite Rotation sowie drei 4,32 m breite Rotationen von Koenig & Bauer (KBA) verfügbar sein. Spätestens 2008 soll das Unternehmen über 400 Mitarbeiter beschäftigen, die große Stückzahlen hochwertiger Druckerzeugnisse produzieren, darunter Zeitschriften, Zeitungsbeilagen, Werbedrucksachen, Versandhaus- und Reisekataloge.




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