15.05.2007 | Oldenbourg
Insolvenz-Antrag gestellt
Betroffen sind auch die Töchter der bayerischen Unternehmens-Gruppe, die erst im vergangenen Jahr restrukturiert worden war.
(dmnet) Der Druck-Dienstleister Oldenbourg GmbH mit Sitz im bayerischen Kirchheim hat Anfang Mai beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens eingereicht. Gleiches gilt für die Tochterfirmen Oldenbourg Digital GmbH, Oldenbourg Immowert GmbH, Oldenbourg Binderei Produktions GmbH und R. Oldenbourg GmbH & Co. KG.
Die im Familienbesitz befindliche Unternehmens-Gruppe war erst 2006 neu strukturiert worden, wobei auch zahlreiche Arbeitsplätze entfielen. Außerdem wurde ein Werk in Tschechien an Schlott verkauft. Zwei Jahre zuvor hatte die Oldenbourg Gruppe ihre Verlagssparte an die Cornelsen Verlagsgruppe veräußert.
"Für die Neuordnung der Print-Industrie ideal positioniert"
In einer Pressemeldung des Unternehmens war damals zu lesen: "Die Oldenbourg Gruppe konzentriert ihre Aktivitäten auf ihre Industriebereiche, die bereits den größten Anteil an der Gesamtgruppe stellen und in denen sich Oldenbourg durch eine modernste und kostengünstigste Produktionsplattform in Tschechien einen einmaligen Wettbewerbsvorteil in der Print-Industrie verschafft hat."
Weiter hieß es: "Im Rahmen der EU-Osterweiterung will Oldenbourg seinen Vorsprung konsequent für Westeuropa und dann den Ost-Zukunftsmarkt ausbauen und trennt sich angesichts der strategischen Chancen im Industriebereich von den eigenen Verlagsaktivitäten. Damit hat sich Oldenbourg für die beginnende strukturelle Neuordnung der Print-Industrie ideal positioniert."
Ost-Expansion zahlte sich nicht aus
Große Hoffnungen gründeten sich damals auf das Werk in Pilsen, das bereits 2006 wieder abgestoßen wurde. Die Geschäftsleitung gab sich außerordentlich optimistisch: "Nach durchgreifenden Restrukturierungen und technologischer Modernisierung an ihren deutschen Standorten hat die Oldenbourg Gruppe in fünfjähriger Pionierarbeit im grenznahen Pilsen in Tschechien eine "Neue Europäische Plattform in der Neuen Mitte Europas" für Print-Produktionen und Print-Services errichtet und sich einen mehrjährigen Zeit- und Investitionsvorsprung gegenüber ihren Wettbewerbern gesichert. In Spitzenzeiten beschäftigt Oldenbourg bereits bis 1.000 Mitarbeiter am Standort Pilsen."
Im Gespräch mit Druck&Medien begründeten die Geschäftsführer Michael Hiller und Holger Schmeißer die jetzige Insolvenz unter anderem mit dem Wegfall von Aufträgen. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellte das Gericht am 4. Mai die Anwältin Barbara Beutler von der Münchner Kanzlei Müller-Heydenreich, Beutler & Kollegen.




