08.05.2007  |  Druckerei Ritterbach

Insolvenz nach Trennung

Von Clemens von Frentz

Das Frechener Unternehmen nennt als Grund den "Rückgang der Aufträge durch den scharfen Preiswettbewerb in der Druckereibranche".

Adieu und Alaaf! Markus Ritterbach, der auch karnevalistisch tätig ist, trennte sich rechtzeitig von seinen Anteilen an der Druckerei

(dmnet) Erneut ist ein großer Druck-Betrieb in die Zahlungsunfähigkeit geraten. Betroffen diesmal: Die Ritterbach Medien GmbH in Frechen bei Köln. Am 13. April stellte Geschäftsführer Albert Ritterbach beim Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenz-Verfahrens. Das Unternehmen beschäftigt rund 40 Mitarbeiter und etwa ein Dutzend Aushilfskräfte.

Was den Fall besonders tragisch macht, ist der Umstand, dass die Druckerei erst seit wenigen Monaten auf eigenen Füßen stand. Bis Anfang des Jahres bildete sie eine Einheit mit dem Ritterbach Verlag, der nun ebenfalls als eigenständige GmbH auftritt.

Trennung wegen unterschiedlicher Strategie-Vorstellungen

Auf der Homepage des Unternehmens heißt es dazu: "Zunächst haben wir uns vom Ritterbach Verlag getrennt und gehen seit kurzem unseren eigenen Weg. Alleiniger Geschäftsführer der Ritterbach Medien GmbH ist Herr Albert Ritterbach; Herr Markus Ritterbach ist als geschäftsführender Gesellschafter ausgeschieden und führt nun als alleiniger Geschäftsführer die Ritterbach Verlag GmbH. Im Zuge dieser Neuordnung sind auch alle Mitarbeiter von Ritterbach Medien jetzt in einem Gebäude, nämlich dort, wo die Technik schon immer war."

Markus Ritterbach ist ein Vetter von Albert Ritterbach. Nach Angaben der Beteiligten war die Entscheidung zur Trennung nach fast zehn Jahren gemeinsamer Arbeit im August 2006 gefallen. Begründet wurde der Schritt mit "unterschiedlichen strategischen Vorstellungen".

"Es gab Probleme mit zwei Großkunden"

Als Ursache für die Insolvenz nennen die Unternehmer den "Rückgang der Aufträge durch den scharfen Preiswettbewerb in der Druckereibranche". Der "Kölner Express" zitiert Markus Ritterbach mit den Worten: "Es gab Probleme mit zwei Großkunden. Irgendwann geriet das Unternehmen in die Schieflage. Sämtliche Rettungsaktionen blieben erfolglos." Nach seiner Darstellung hatte er erst wenige Tage vor dem Insolvenzantrag von den Problemen erfahren.

Die Gewerkschaft Ver.di äußerte unterdessen Zweifel an dieser Version. Für Fachbereichssekretär Franz Blatt ist es "völlig unbegreiflich", wie der Betrieb binnen kurzer Zeit in derartige Probleme geraten sein soll.

Zur Begündung sagte Blatt laut "Kölner Express": "Schon seit 2004 hat die Belegschaft keine Jahresleistung erhalten. Es wurde eine unentgeltliche Mehrarbeit von zwei Stunden vereinbart. Das lässt den Rückschluss zu, dass schon länger etwas im Argen liegt." Geschäftsführer Albert Ritterbach wollte sich gegenüber Druck&Medien zur Situation in seinem Betrieb nicht äußern.




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