01.03.2007 | Arquana
Gründer geht und macht Kasse
Manager Peter Löw verkaufte für 53 Millionen Euro den Großteil seiner letzten Arques-Anteile und will sich mit 46 Jahren ins Privatleben zurückziehen.
(dmnet) Der Manager Peter Löw (46), der vor einigen Jahren das börsennotierte Beteiligungsunternehmen Arques Industries und später die Print-Holding Arquana gegründet hatte, hat sich Anfang der Woche überraschend aus seinem Unternehmen verabschiedet. Den Vorstandsvorsitz, den er bislang innehatte, soll ab Mai Finanzvorstand Martin Vorderwülbecke übernehmen.
Zur Begründung von Löws Abgang ließ Arques wissen, er wolle sich ins Privatleben zurückziehen. Kurz zuvor, am 23. Februar, hatte er bereits den größten Teil seines Arques-Pakets (rund 14 Prozent) veräußert und dabei etwa 53 Millionen Euro eingenommen. Die Börse reagierte prompt - der Kurs der Arques-Aktie rauschte förmlich in den Keller und verlor zwischenzeitlich rund zehn Prozent.
Massive Aktienverkäufe
Die Reaktion des Marktes fiel möglicherweise auch deswegen auch so schroff aus, weil dies Löws zweiter Groß-Verkauf innerhalb kurzer Zeit war. Bereits am 17. und 18. Januar 2007 hatte der Arques-Chef 1,85 Millionen Aktien zu einem Kurs von 14,40 Euro abgestoßen und damit rund 27 Millionen Euro eingenommen.
Sein Anteil am Unternehmen reduzierte sich dabei von 21,8 auf 14,1 Prozent. Die Anteile wurden außerbörslich bei renommierten institutionellen Investoren in Deutschland und im angelsächsischen Raum platziert.
Verkauf wird mit Steuerzahlungen begründet
In der entsprechenden Meldung dazu hieß es, die Veräußerung hätte "einzig und allein aus privat bedingten Gründen" stattgefunden, "unter anderem aufgrund von Steuerzahlungen von Dr. Löw in nennenswertem Umfang". Ergänzend wurde versichert: "Das enge Commitment von Dr. Löw als Vorstandsvorsitzender und noch immer größter Einzelaktionär der Arques Industries AG bleibt selbstverständlich von der Transaktion unberührt."
In welcher Form sich dieses Commitment nun künftig artikulieren wird, blieb bislang offen. Nach Schätzungen von Kennern der Materie ist davon auszugehen, dass Löw innerhalb der letzten zwei Jahre inklusive seiner CEO-Entlohnung mindestens 100 Millionen Euro vereinnahmt hat.




