12.09.2006   |   Alpha Print Medien

Gewerkschafter streiken gegen Gewerkschaft

Von Clemens von Frentz

Bei APM traten die Mitarbeiter in den Ausstand, da sie einen Verkauf ihrer Druckerei befürchten.

Streik bei APM

(dmnet) Die Gewerkschaftsdruckerei Alpha Print Medien (APM) in Darmstadt ist derzeit Schauplatz erbitterter Auseinandersetzungen. Die 170 Mitarbeiter legten am Dienstag die Arbeit nieder, da sie einen baldigen Verkauf ihres Unternehmens befürchten.

Die frühere Frankfurter Union-Druckerei, die heute zu 88 Prozent im Besitz der Gewerkschaften IG Metall, Ver.di, Transnet und IG Bau ist, hat bereits seit einiger Zeit finanzielle Schwierigkeiten. Nachdem im Mai die Löhne nicht bezahlt werden konnten, wurde ein umfassendes Sanierungspaket geschnürt, das neben Abstrichen für die Belegschaft auch Investitionen durch die vier Gewerkschaften vorsieht. Damit sollte die Druckerei saniert und anschließend verkauft werden. Mittlerweile allerdings befürchten die Mitarbeiter, die Gewerkschaften könnten sich von ihren Anteilen trennen, ehe die Sanierung abgeschlossen ist.

Nach Angaben der APM-Betriebsratsvorsitzende Petra Werkmann sind die Gehälter der Angestellten bereits überwiesen, obwohl die Lohnempfänger im Hause noch immer auf ihre Gelder warten müssten. Sie sprach von Missmanagement an der Spitze der Druckerei, die von einem Ein-Personen-Vorstand geleitet wird.

Einen Verkauf an private Investoren lehnt sie ab. Zur Begründung sagte sie, die Gewerkschaften bräuchten "eine eigene Druckerei und eigene Publikationen, die völlig unabhängig sind von den Kapitalisten, die wir bekämpfen". In der "Hausdruckerei der Gewerkschaften" werden unter anderem die Mitglieder-Zeitschriften von Ver.di und IG Metall produziert.




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