02.03.2006 | Getränkekarton-Produktion
Bundesinstitut kritisiert ITX-Einsatz
Fachleute bezeichnen die teilweise hohen Rückstände und die von der Industrie geforderten Fristen als inakzeptabel.
(dmnet) Der Nachweis der Chemikalie Isopropylthioxanthon (ITX) in kartonverpackten Getränken sorgt seit Monaten für Diskussionen. Das auch deshalb, weil die möglichen Gefahren dieser Kontamination von Industrie und Verbraucherseite unterschiedlich bewertet werden.
Das grundsätzliche Problem: Anders als bei vielen anderen Stoffen, die im Kontakt mit Lebensmitteln eingesetzt werden, gibt es für Druckfarben bislang kaum gesetzliche Regelungen auf europäischer Ebene. Für einen Großteil der Stoffe liegen keine Daten vor, die eine gesundheitliche Bewertung erlauben - das ist das Ergebnis einer außerordentlichen Sitzung der Kunststoffkommission des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), die Ende Januar mit Vertretern der Druckfarbenindustrie in Berlin stattfand.
Dabei stellte das BfR noch einmal unmissverständlich fest: "Mangels Daten ist eine gesundheitliche Bewertung (von ITX) derzeit oft nicht möglich. Da die Hersteller die Verantwortung für die gesundheitliche Unbedenklichkeit ihrer Produkte tragen, sollten sie alle Anstrengungen unternehmen, um den Übergang solcher Stoffe in Lebensmittel zu vermeiden und die für eine gesundheitliche Bewertung erforderlichen Daten zu erarbeiten."
Anders als für zahlreiche andere Stoffe aus Druckfarben lägen für ITX zwar toxikologische Daten vor, sie , beschränkten sich allerdings auf den Ausschluss einer erbgutschädigenden Wirkung der Substanz und reichen für die Bewertung der nachgewiesenen Gehalte in Lebensmitteln oberhalb von 50 Mikrogramm pro Kilogramm nicht aus.




