31.01.2006 | Getränkekarton-Produktion
Erneut ITX-Funde in Deutschland
Die Druckchemikalie Isopropylthioxanton wurde in verschiedenen Säften entdeckt. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, vorerst auf Getränke aus Kartonverpackungen zu verzichten.
(dmnet) Nachdem vor einigen Wochen in Italien, Spanien, Portugal, Frankreich und zuletzt in Kroatien kartonverpackte Getränke mit Rückstände der Druckchemikalie Isopropylthioxanton (ITX) entdeckt worden waren, sind nun auch in Deutschland entsprechende Funde gemeldet worden. Stichprobenartige Untersuchungen unterschiedlicher Karton-Getränke im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe ergaben, dass beispielsweise der naturtrübe Aldi-Apfelsaft "Apfelblüte" mit 60 Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg) und der Lidl-Gemüsesaft "vitafit" mit 72 µg/kg belastet war.
ITX, eine beim Bedrucken der Verpackung eingesetzte Chemikalie zur schnelleren Trocknung der Farbe, gelangt als so genannter Abklatsch auf die Innenseite des Kartons, wenn die Verpackung mit der bedruckten, mit ITX behandelten Seite auf große Rollen gedreht wird.
Der betroffene Apfelsaft war in Getränkekartons des norwegischen Verpackungsherstellers Elopak verpackt, der Gemüsesaft-Karton stammte vom schwedischen Marktführer TetraPak. Im Rahmen einer von der DUH in Auftrag gegebenen neuerlichen Untersuchung wurden weitere mit ITX belastete Frucht- und Gemüsesäfte gefunden.
Die Spitzenbelastung lag mit 211 µg/kg um den Faktor drei höher als bei den bisherigen Funden. Bei den drei am höchsten belasteten Säften handelt es sich um den in Berlin bei einer "NETTO Stavenhagen" -Filiale , gekauften Tomatensaft "Rimi" mit 211 Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg), den bei einer Norma-Filiale ebenfalls in Berlin gekauften Tomatensaft "Grünfink" mit 79 µg/kg und das Multivitamin Fruchtgetränk "Frucht Tiger" von Granini im 0.2-Liter-Karton mit 97 µg/kg.




