26.05.2005 | Papier
Arbeitskampf sorgt für Engpässe
In Finnlands Papierindustrie stehen aufgrund von Streikmaßnahmen alle Werke still. Die Folge: Papier wird langsam Mangelware - und zwar in allen Lebensbereichen
(dmnet) Nachdem der Arbeitskampf in der finnischen Zellstoff- und Papierbranche immer mehr eskaliert, sind nun auch erstmals die Verbraucher von den Folgen des Streits betroffen. Der Grund: Immer mehr Bürger tätigen Hamsterkäufen aus Angst vor Toilettenpapier-Mangel.
"Sobald wir eine Lieferung bekommen, verschwinden die Toilettenpapier-Packungen aus den Regalen. Die Vorratspackungen gehen zuerst weg", sagte der Manager eines Geschäfts im Zentrum der Hauptstadt Helsinki am Mittwoch.
Einer der Streitpunkte zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite ist die von der Papierindustrie geforderte Abschaffung der traditionellen Kurzferien im Juni und Dezember. Laut Gewerkschaftschef Jouko Ahonen wären die Papierarbeiter bereit, zu Weihnachten und zu Mittsommer zu arbeiten, wenn sie dafür Zeitausgleich bekämen. Strittig ist auch die geplante Herauslösung verschiedener Aufgaben wie Service und Reinigung aus dem Kollektivvertrag der Papierindustrie.
Unterstützt wird der Streik durch Sympathiemaßnahmen der Papiergewerkschaft im Nachbarland Schweden, die in den kommenden drei Tagen für die zehn schwedischen Betriebsstätten des Papierkonzerns Stora Enso eine Überstundenblockade verhängte.
Die Arbeitgeberseite reagierte auf die Streikaktionen am 18. Mai mit einem Aussperrungs-Beschluss. Neue Gespräche mit den Beschäftigten brachten am Mittwoch keine Einigung, somit wird die Aussperrung zumindest bis zum Montag andauern. Dann wollen sich beide Seiten erneut an den Verhandlungstisch setzen.
Der Arbeitskampf kostet die Industrie täglich etwa 40 Millionen Euro. Einige Experten erwarten deshalb steigende Papierpreise.




