07.01.2013   |   Druckerei C.H. Beck

Arbeitsstreit gärt weiter

Von Imke Laurinat

In dem Konflikt um Zusatzvereinbarungen unterhalb des Tarifs kehrt bei der Beckschen Druckerei in Nördlingen offenbar keine Ruhe ein. Auf das jüngste Urteil des Arbeitsgerichts erwarten Gewerkschaftsvertreter jetzt eine Neuauflage der Vertragsergänzungen.

Druckerei C.H. Beck

Beschauliche Fassade: Die Becksche Druckerei feiert dieses Jahr ihr 250-jähriges Jubiläum.

(dmnet) Die Auseinandersetzungen um die im Zuge einer Restrukturierung vor gut anderthalb Jahren eingeführten Ergänzungsverträge der Druckerei C.H. Beck in Nördlingen sind im neuen Jahr angekommen. Mitte Dezember gab das Arbeitsgericht Augsburg erneut drei Mitarbeitern Recht, die gegen die Verträge geklagt hatten. Demnach sei die Umstellung auf die tariflose Mitgliedschaft zwar grundsätzlich möglich, der Verlag habe jedoch bestimmte Fristen nicht eingehalten, zitiert die "Augsburger Allgemeine" aus der Begründung des Gerichts.


Wie es von der Gewerkschaft Verdi heißt, will die Geschäftsleitung beim Landesarbeitsgericht Beschwerde gegen das Urteil aus Augsburg einlegen. Zudem habe die Geschäftsleitung laut Verdi angekündigt, den Beschäftigten der Druckerei noch im Januar neue Zusatzverträge vorzulegen.


Im Mai 2011 war die Druckerei C. H. Beck in eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung gewechselt. In der darauf folgenden Restrukturierung führte das Unternehmen Ergänzungsverträge ein, die eine Arbeitszeitverlängerung auf 38,75 Stunden sowie Kürzungen der Einmalzahlungen vorsehen. Laut Unternehmensangaben haben 80 Prozent der Mitarbeiter diese Verträge akzeptiert.


Die Gewerkschaft Verdi fordert seither – auch begleitet von Protestaktionen – die Rückkehr zum Tarifvertrag. Aus der Unternehmensleitung heißt es dagegen, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit der Druckerei deutlich verbessert und die Position der Gewerkschaft in der Druckerei geschwächt habe.


Die zur Verlagsgruppe C.H. Beck gehörende Druckerei produziert in Nördlingen laut Unternehmensangaben derzeit mit 370 Mitarbeitern jährlich rund 22 Millionen Bücher, 14 Millionen Fachzeitschriften und fünf Millionen Loseblattwerke.




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