03.05.2012   |   EWA

Hohe Auslastung im vergangenen Jahr

Die Auslastung der Rollenoffsetmaschinen in Deutschland ist auch im Jahr 2011 gut bis sehr gut gewesen. Sie lag über den Auslastungswerten der Jahre 2005/2006 und 2006/2007. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Michael Dömer Unternehmensberatung.

Porträtfoto

Michael Dömer

(dmnet) Im Auftrag der europäischen Branchenvereinigung im Rotationsdruck, der EWA – European Web Association hat Michael Dömer die Kapazitätsauslastung der Unternehmen im deutschsprachigen Raum untersucht.

Die Auslastung der Maschinen im Rollenoffsetdruck ist 2011 gut bis sehr gut gewesen, obwohl insbesondere im High-Volume-Bereich die maschinelle Kapazität und Produktivität deutlich ausgebaut wurde. Laut der vorliegenden Analyse waren in 2011 110 Prozent der dreischichtigen Normalkapazität ausgelastet. Selbst bei Betrachtung einer 6 Tage-Woche zeigt die Erhebung eine Vollauslastung im Akzidenzrollenoffset.

Für die Analyse wurde die monatliche Auslastung von 184 Rotationen  untersucht. Dabei wurde für jeden Maschinentyp ein gesondertes Profil erstellt. Somit konnten auch saisonale Schwankungen dargestellt werden. Ebenfalls differenziert werden Produktionen mit und ohne Weiterverarbeitung, um einen Trend in der Produktstruktur zu erkennen. Selbst in den traditionell eher schwächeren Monaten liegt die Auslastung insgesamt nicht unter der zur Verfügung stehenden Normalkapazitäten im Drei-Schicht-Betrieb.

High-Volume-Maschinen mit hoher Auslastung

Unterschiedlich ist das Bild allerdings in der individuellen Betrachtung sowohl bei den einzelnen Unternehmen als auch in den Maschinenklassen. Grundsätzlich und eindeutig ist festzustellen, dass die High-Volume-Maschinen die höchste Auslastung haben und grundsätzlich ganzjährig deutlich über der Normalkapazität liegen und in saisonstarken Monaten die maximale mögliche Auslastung erreichen. So liegen 72- oder 80-Seiten-Rotationen bei einer durchschnittlichen Auslastung der Normalkapazität in drei Schichten von etwa 122 Prozent. Bei den 48-Seiten-Rotationen liegt der Wert bei rund 131 Prozent. In den traditionell besonders starken Monaten ab Spätsommer und Herbst ist es für Kunden nahezu unmöglich, kurzfristig freie Kapazitäten zu bekommen.

Michael Dömer sagt: "Besonders unter dem Aspekt, dass in den letzten Jahren die maschinelle Kapazität gewachsen und die Produktivität stieg wird deutlich, dass von einem Rückgang von Print nicht die Rede sein kann." Zu beachten sei aber, dass es zu deutlichen Verschiebungen und Differenzierungen kommt. So sei in 2011 die Produktion von Zeitungsbeilagen ungebrochen hoch bis steigend, während im Katalog- und Zeitschriftenbereich Veränderungen in Umfang und Auflagen zu erkennen seien.

Michael Dömer warnt davor, dass durch undifferenzierte Aussagen die Branche Print in ein falsches Licht gerät. Die schlechte Situation des Druckmaschinenbaus und insbesondere die Insolvenz von Manroland hat laut Michael Dömer keineswegs seine Ursache im starken Wettbewerb durch das Internet. "Das Internet verändert selbstverständlich die Welt der Kommunikation. Wir kommen zunehmend in ein Multichannel-Zeitalter, in dem aber Print eine starke Position behalten wird", so Michael Dömer. Es sei Aufgabe der Unternehmen, sich entsprechend zu positionieren. (kü)




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