03.02.2012   |   Cewe Color

Fotodienstleister kauft Saxoprint

In einer Ad-hoc-Mitteilung von Donnerstagabend gibt Cewe Color die Übernahme der Dresdner Online-Druckerei Saxoprint bekannt. Damit forciert das Unternehmen seine Strategie, im Druckgeschäft weiter zu wachsen – nun auch mit Offsetdruck.

Druckerei Saxoprint Gebäude

Die Online-Druckerei Saxoprint in Dresden

(dmnet) Die Cewe Color AG & Co. OHG, eine Tochtergesellschaft der Cewe Color Holding AG mit Sitz in Oldenburg, übernimmt nach eigenen Angaben von den Gesellschaftern der Saxoprint GmbH mit Sitz in Dresden sämtliche Geschäftsanteile des Unternehmens inklusive aller in- und ausländischen Tochtergesellschaften. Der Erwerb erfolge in Umsetzung der strategischen Entscheidung des Vorstands, in den Online-Druckmarkt einzutreten. Wie der Vorstand mitteilt, wurde über den Kaufpreis, den die Cewe Color vollständig aus Eigenmitteln finanziere, Stillschweigen vereinbart. Die Akquisition soll rückwirkend zum 1. Januar vollzogen werden.


Mit "viaprinto.de" verfügt Cewe Color bereits über einen Online-Service für Digitaldruckdienstleistungen. Die Übernahme von Saxoprint markiert nun den Einstieg in die Offsetdruckproduktion. "Die Ergänzung um Offsetdruck ist angesichts unserer Internet-Stärke und der Trends im Druckmarkt die logische Weiterentwicklung unseres Unternehmens. Der Markt für gewerbliche Online-Drucksachen und der Fotofinishing-Markt wachsen zusammen", so Cewe-Vorstandschef Rolf Hollander zum strategischen Schritt in das Geschäftskundensegment. Der Umsatz mit Online-Druck soll durch die Akquisition 2012 auf rund 40 Millionen Euro steigen.


Die 1999 gegründete Online-Druckerei Saxoprint hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund Euro 31,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen beschäftigt rund 350 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Der bisherige Hauptgesellschafter Thomas Bohn soll das Unternehmen als Geschäftsführer weiterhin leiten. (ila)




Kommentare zu diesem Beitrag

Beobachter , 03.02.2012:
Mit 350 Mitarbeitern 31,4 Mio Umsatz. Das ist ein Pro-Kopf-Umsatz von unter 90.000 Euro. Der Branchendurchschniit (laut Bundesverband Druck) war im Jahr 2010 = 165.305 Euro. Viel Spaß mit den fleißigen Sachsen.

Railas , 03.02.2012:
Hallo "Beobachter".
Es kommt nicht auf den Umsatz sondern auf den Ertrag an.
Aber das wird sich in den westlichen Bundesländern auch noch rumsprechen.

Marktbeobachter , 03.02.2012:
Hallo "Railas",
selbst verständlich kommt es auf den Ertrag an, jedoch ist die Kostenstruktur in Dresden einschl. aller Subventionen !!!!! im Vergleich zum Westen wesentlich niedriger.Letztes Jahr wurde nochmals mit der Investition u.a HD XL entsprechendes erreicht.

Railas , 03.02.2012:
Was haben Kostenstruktur und Subventionen mit dem Umsatz zu tun? Im Online-Geschäft werden durch die geringeren Verkaufspreise bei gleichem Druckvolumen geringere Umsätze erzeilt. Dafür ist dieses Geschäft höchst effizient.

Der Südwestler , 03.02.2012:
Nun fühle ich mich doch auch angesprochen:
Also, wichtigere Kennzahlen in diesem Zusammenhang (falls diese überhaupt zu erhalten sind) wären „Wertschöpfung pro Mitarbeiter“. Dabei ist dann auch die Kennzahl „Lohnsumme pro Beschäftigten“ nicht ganz außen vor zu lassen. Berücksichtigt man dann noch die „Subventionen pro Beschäftigten“ und - gerechterweise ebenfalls – die „Subventionen für Investitionen in Sachanlagen“, welche dann pro Beschäftigten umzulegen sind, ist – so scheint es aufgrund der vielen Meldungen der letzten Monate über Druckerei-Insolvenzen – tatsächlich in gewissen Regionen im Osten ein höherer Ertrag zu erzielen zu sein als im Südwesten und sehr wahrscheinlich auch in anderen Gegenden Deutschlands. Wobei die meisten Inhaber und Beschäftigten dieser „westlichen“ Betriebe tatenlos zusehen müssen, welcher Unsinn mit ihren Steuergeldern angestellt wird!
Folgende Fragen seien nun erlaubt: Wie lange geht das noch so weiter? Welche Stellungnahme ist hierzu vom Verband der Druckindustrie zu erhalten? Warum wird bei einem „so erfolgreichen und expansiven“ Internetportal für Drucksachen (s. Interview kürzlich in diesem Magazin) plötzlich „Kasse gemacht“?

Railas , 03.02.2012:
Die Frage kann ich Ihnen beantworten: Diese Betriebe haben Ihre Abläufe und Strukturen auf der Reihe und verfolgen ein innovatives Konzept. Dies hat nichts mit West oder Ost zu tun. Schauen Sie sich mal im Internet die Bilanzen von Flyeralarm an! Eine Firma die im Westen und im Osten produziert.

Der Südwestler , 03.02.2012:
@ Railas:
Dann lassen Sie solche unqualifizierten Aussagen wie oben in Zukunft sein!
Ich denke, aufgrund Ihrer jetzt getroffenen Aussage gehen Sie mit mir überein, dass solche Betriebe KEINE Fördergelder mehr benötigen! Hier sollte der Verband endlich einschreiten - auch wenn mancher regionale "Verbandspräsident" hier sein eigenes Süppchen kocht. Denn geschieht hier nichts, gehen den Verbänden langsam die Mitglieder und Vorstände aus, weil es sich bald keiner mehr leisten kann, nach Tarif zu entlohnen. By the way gehen den Fachzeitschriften auch die Abonnenten aus und wer soll über die "Glorreichen 7 unserer Branche" denn dann noch berichten?

Beobachter , 04.02.2012:
Fakten. Fakten. Fakten. Wenn ich in Bottrop eine Speedmaster kaufe, zahle ich vielleicht 2 Mio €. Kauft mein "Kollege" die gleiche Maschine in Dresden, bekommt er die abzüglicher aller (ich betone: ALLER, auch den "versteckten") Subventionen für unter 1 Mio €. Warum? Den Rest zahlen meine Kollegen aus Köln, Braunschweig, Freiburg und Nürnberg per Einkommenssteuerbescheid.

Railas , 06.02.2012:
@Beobachter
Wie Sie auf solch abenteuerliche Kalkulationen kommen, müssten Sie uns mal vorrechnen! Im übrigen zahlen Ihre Kollegen im Osten auch Steuern! Warum schreiben Sie Kollege eigentlich in Anführungszeichen? Mir hat vor einer Woche ein Werbetechniker aus Weiden am Telefon gesagt, man sollte die Mauer wieder aufbauen. Der Meinung bin ich nicht, aber wenn dann sollten alle unverbesserlichen aus Ost und West hinter dieser Mauer verschwinden.

Beobachter , 06.02.2012:
Wie man in Magdeburg für 29.000 € an eine Falzmaschine kommt, die woanders 78.800 € kommt würde ich gern einmal öffentlich zeigen. Und wenn nach dem Kauf eine Dame vom Amt anruft, ob man noch etwas brauche - es seien noch Mittel zur Verfügung - würde ich auch das gerne mal veröffentlichen. Aber welcher Kollege - ohne Anführungszeichen - läßt sich schon in die Subventionsbücher schauen?

PS: Ein kleiner Hinweis: Subventioniert wird immer der Listenpreis. Alles klar?

Diesen Beitrag kommentieren