20.01.2012   |   Druckerei Bercker

Insolvenzantrag gestellt

Die Druckerei Bercker mit Sitz in Kevelaer hat beim Landgericht Kleve Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind 150 Mitarbeiter, berichtet die "Rheinische Post".

Außenansicht

Insolvent: die Druckerei Bercker

(dmnet) Die Druckerei ist spezialisiert auf den Buchdruck und druckte unter anderem die Biographie von Steve Jobs und "Harry Potter"-Bände. Zu Jahresbeginn sei ein wichtiger Kunde ausgefallen, erklärte Geschäftsführer Ulrich Schurer. Nun soll eine Auffanggesellschaft gegründet werden. Mögliche Investoren haben bereits ihr Interesse signalisiert.

Bercker Graphische Betriebe wurde 1970 von Franz Hermann Bercker gegründet. Neben dem Offsetdruck produziert das niederrheinische Unternehmen auch im Digitaldruck. (kü)




Kommentare zu diesem Beitrag

Peter Scholz , 20.01.2012:
Wieder wird Missmanagement in der Branche durch die Marktsituation und der plötzliche Wegfall eines wichtigen Kunden erklärt. Die gebeutelte Belegschaft, die man in den letzten Jahren durch Lohnverzicht und Mehrarbeit geknebelt hat, steht wieder einmal dumm da!

Peter , 20.01.2012:
Wie kann man bei dem Kundenstamm, wegen einem wegfallenden Kunden Insolvent gehen? Na ich weiss man nicht.

Vor allem Lektüre wie Harry Potter und Steve Jobs sind ein Renner. Hier wurde wohl zu billig verkauft nur um den Auftrag zu bekommen. Dann brauch man sich nicht wundern, sollte man keinen Gewinn erzielen.

Dieter Seifert , 20.01.2012:
So sind sie halt die großen Manager. In einer etwas größeren Druckerei ein paar Kilometer weiter ist seit ein paar Jahren auch ein neues Management tätig und plötzlich hat man nur noch rote Zahlen und schließt Abteilungen.

Thomas aus N , 20.01.2012:
Hauptursache sind aus meiner Sicht die technikgetriebenen Investitionen der letzten 10 Jahre. Deren Kosten lassen sich in einem Markt mit zunehmenden Überkapazitäten nicht mehr innerhalb einer normalen Nutzungsdauer erwirtschaften.

Statt zu reagieren und sich zu spezialisieren, werden Aufträge um jeden Preis produziert nur damit die Maschinen laufen. Der Verkauf von firmeneigenen Immobilien oder von Maschinen löst das Problem nicht grundsätzlich sondern zögert das Sterben nur hinaus.

Aus meiner Sicht wird mittelfristig max. 1/5tel der Druckereien überleben.

Mein Rat:
- spezialisiert Euch (Qualität, Geschwindigkeit, Service,...)
- macht faire aber nicht ruinöse Preise
- fahrt ggf. den Betrieb herunter oder bildet Partnerschaften/Produktionsgemeinschaften.
- trefft Entscheidungen auch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
- leistet Euch nur, was der Betrieb auch erwirtschaften kann, das gilt auch für die Mitarbeiter (U- und Weihnachtsgeld.)

Wer das berücksichtigt hat meiner Meinung nach auch in der Zukunft eine Chance.

Karl-Heinz , 20.01.2012:
Wer in seinem Markt mit Ostblock-Druckern und China konkurrieren muss, kann nur überleben, wenn er sich weiter spezialisiert oder selbst dorthin auslagert. Nur diese Entwicklung ist nicht neu. Dieser Trend existiert schon Jahre.

Bercker gehört zu Kevelaer wie Schaffrath zu Geldern. Warum soll es dort jetzt ebenfalls schlechter gehen? Eine der besten Zeitschriften-Druckereien Deutschlands, hat seit Jahren keine Reorganisation nötig gehabt, während die gesamte Konkurrenz schon die 2. oder 3. Reduzierung der Mitarbeiterschaft, denn nichts anders bedeutet Reorganisation, hinter sich hat. Die neue Geschäftsleitung scheint keinen guten Einfluss auf die jüngste Entwicklung zu haben. Wenn das mal gut geht....

Simon Hagen , 20.01.2012:
Wenn für viele Manager nur noch Apple und Apps der Heilsbringer sind, dann kann man für die Belegschaften nur noch beten

Sven aus E. , 21.01.2012:
"In einer etwas größeren Druckerei ein paar Kilometer weiter ist seit ein paar Jahren auch ein neues Management tätig und plötzlich hat man nur noch rote Zahlen und schließt Abteilungen."

Welche meinst du ???

Insolvenz hier Insolvenz da es macht echt kein Spaß mehr ist reiner Überlebenskampf !!! Traurig !!!

Dirk Neuen , 21.01.2012:
Zitat: - leistet Euch nur, was der Betrieb auch erwirtschaften kann, das gilt auch für die Mitarbeiter (U- und Weihnachtsgeld.)

Interessant! Aber das Management in manchen Firmen leistet sich nach einer solchen Brandrede kurz danach sofort zwei neue Firmenautos der Marke BMW.
Alle AT's erhalten Ipads 2 und Iphones 4s und der Chef bekommt mal so eben den teuersten (und völlig überdimensionierte) MAC.

Wahre Vorbilder unser Führungspersonal! Vielleicht sollten die nur so kompetent wie die Mitarbeiter sein!

Steffen , 23.01.2012:
Es ist leider immer das gleiche Schema. Gesunde und erfolgreiche Unternehmen werden durch neue Manager reorganisiert und plötzlich hat man rote Zahlen und die Belegschaft muss auf Geld verzichten und länger arbeiten. Hauptsache das Management durfte spielen.

Thomas aus+N , 24.01.2012:
Hallo Dirk Neuen,

ja, ich bin auch der Meinung, dass die Anstrengungen/Opfer in vielen Fällen nicht gerecht verteilt sind.
Ich bitte trotzdem darum dies nicht zu verallgemeinern:
Ich habe z.B. Verantwortung für einen Betrieb mit 38 festen Mitarbeitern + Externe. Ich fahre einen T5 Multivan den die Mitarbeiter tagsüber zum Liefern nutzen oder für den privaten Kleinumzug. Seit vielen Jahren arbeite ich ohne Sekretariat oder Sekretärin. Die Wochenarbeit, natürlich mit Einsätzen an Sa/So, ist teils jenseits der 60 Stunden. Ich verzichte auf Boni und U-/W-Geld, unsere Gesellschafter haben ordentlich erhaltenes Geld aus der Vergangenheit wieder in die Firma eingebracht.
Ich bin definitiv kein Einzelfall, ich kenne eine Reihe von Unternehmern die sehr wohl Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern übernehmen und dazu Geld + extrem viel Zeit (+ keinen Urlaub) in ihr Unternehmen stecken. Diese Unternehmer tragen zusätzlich ein nicht geringes Risiko obwohl es keine oder wenn überhaupt nur geringe Renditen gibt.

Ich denke die Zahl der wirklich "schwarzen Schaafe" dürfte eher im Management der größeren Unternehmen zu finden sein.

Gruß aus N

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