02.11.2011 | RT Reprotechnik
Vester Kopi übernimmt Repro-Kette
Nachdem die RT-Gruppe eine Elf-Millionen-Euro-Pleite hingelegt hat, kauft die dänische Vester Kopi das Unternehmen. Dies meldet der Wirtschaftsverband Kopie & Medientechnik, der mit heftiger Kritik an dem Vorgang nicht spart.
(dmnet) Nach der Insolvenz und einer Entschuldung von rund zehn Millionen Euro hat die Druck- und Kopierkette "RT Reprotechnik.de GmbH" seit Anfang November einen neuen Eigentümer: Die dänische Reprografie-Kette Vester Kopi wird vom bisherigen Eigentümer Heliad alle Anteile der RT-Gruppe erwerben. Im Zusammenhang mit der Übernahme kritisiert der Wirtschaftsverband Kopie & Medientechnik die "ruinöse Marktpolitik der Filialketten und schädliche Entschuldungsorgien."
Reprotechnik ist an rund 27 Standorten in Deutschland mit Filialen vertreten. Bereits seit einigen Wochen sei in der Leipziger RT-Zentrale neben dem Geschäftsführer und Insolvenzrechtler Christian Heintze nunmehr auch der dänische Geschäftsführer William Schulin-Zeuthen tätig, heißt es von dem Verband.
Bereits unter der Regie der von 2000 bis Mitte 2010 amtierenden RT-Geschäftsführerin Petra Wallasch (heute Chefin des Kopierdienstleisters Copyboxx) geriet das Reprotechnik-Imperium in Schieflage. Im März 2011 wurde ein Insolvenzantrag gestellt. Wallasch hatte bereits vor einigen Jahren als geschäftsführende Gesellschafterin der Reprotechnik-Vorläufer-Kette „Reprotechnik Deutschland GmbH“ das Unternehmen in eine zweistellige Millionenpleite geführt. Jetzt startete sie ihr drittes Kettenleben unter dem Namen Copyboxx an den Standorten Erfurt, Leipzig und Frankfurt am Main.
Der Wirtschaftsverband Kopie & Medientechnik e.V. sieht die Entwicklung zentral gesteuerter Kopierketten äußerst kritisch. "Sich wiederholende Entschuldungsorgien führen zu Wettbewerbsnachteilen auf Seiten der kaufmännisch seriös arbeitenden Einzelbetriebe. Wenn unsere Mitglieder einmal finanziell in Schwierigkeiten geraten, dann wird aus dem Privatvermögen der Familie zugeschossen, und der Betrieb überlebt. Das kennt man bei derartigen Pleiteketten nicht", sagt Achim Carius, Geschäftsführer des Branchenverbandes.
"Ärgerlich sei auch, dass Lieferanten Forderungsverluste in jährlich zweistelligen Millionenhöhen in ihre Preise einrechnen, die wiederum alle Marktteilnehmer zu tragen haben", so Achim Carius. Der Verband appelliert an den neuen Eigentümer, keine ruinöse Niedrigpreispolitik in Deutschland zu betreiben. Eine derartige Politik sei bereits mitverantwortlich für zwei Reprotechnik-Pleiten gewesen. (ila)





Die Preise sind versaut und bleiben es, solange manche glauben sie müßten die Welt fressen, anstatt auch mal "nein" zu sagen und einen schlechten Job liegen zu lassen. Es werden sich wieder Wallasch's und Kotmanns's finden die genauso weitermachen solange es keine echte Marktbereinigung gibt.
Aber daran, und das zeigt ja der Fall RT ganz deutlich, haben unsere Lieferanten gar kein Interesse! Es geht nun mal nur um kurzfristige Erfolge in Form von möglichst vielen Stellplätzen.