31.03.2011   |   RT Reprotechnik

Reprodienstleister meldet Insovenz an

Von Imke Laurinat

Wenige Tage nach Print 64 droht nun auch dem Mutterhaus das Aus. Die der Private-Equity-Gesellschaft Heliad Equity Partners gehörende RT Reprotechnik hat beim Amtsgereicht Leipzig Insolvenz angemeldet.

rt-reprotechnik

Die Website des Reprodienstleisters

(dmnet) Geschäftsführer Dr. Christian Heintze musste den Gang zum Amtsgericht in den letzten Tagen gleich zweimal antreten. Zunächst beantragte er am 25. März die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Reprotechnik Beteiligungsgesellschaft mbH sowie über das der RT Reprotechnik.de GmbH; am 29. März folgte dann auch das Verfahren über die in Mainz ansässige RT Druckwerkstätten GmbH. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Michael Schoor bestellt. Am 21. März hatte bereits das Tochterunternehmen Print 64 aus Norderstedt Insolvenz angemeldet.

Die in Leipzig ansässigen RT Reprotechnik GmbH gehört der Private-Equity-Gesellschaft Heliad Equity Partners. Diese teilte schon am 18. März die Verschiebung ihres Jahresabschlusses mit, weil sich bei der Reprotechnik Beteiligungsgesellschaft mbH im Rahmen der Abschlussprüfung aufgrund von Auswirkungen der Insolvenz der Print 64 Druckwerkstätten keine „positive Fortführungsprognose“ ergeben habe. Weiter hieß es allerdings noch, dass Heliad unabhängig von Print 64 die Sanierung und Fortführung des profitablen Kerngeschäfts der RT-Gruppe plane.

Zur RT-Gruppe gehört neben der RT Reprotechnik mit Hauptsitz in Leipzig die Offsetdruckerei RT Druckwerkstätten in Mainz. Die Gruppe betreibt deutschlandweit 35 Filialen, die jüngste war erst am 1. Februar in Freiburg eröffnet worden. Darüber hinaus ist das Unternehmen in Polen aktiv sowie unter der Firmierung Pavlu in Österreich. Im Jahr 2009 waren insgesamt rund 240 Mitarbeiter beschäftigt.




Kommentare zu diesem Beitrag

Frank Baier , 31.03.2011:
Reprotechnik Leipzig (RT) ist wohl ein Beispiel dafür, dass stetiges Wachstum nicht jeder Firma gut bekommt. Zwischenzeitlich bot das Unternehmen mit „Reprotechnik“, „Reality Service“, „Druckwerkstätten“ und „Digitaldruck“ vier Geschäftsfelder. Binnen der vergangenen zwei Jahre erfolgte der Zukauf der Druckwerkstätten Mainz sowie der Druckerei Print 64 Norderstedt. Bereits im vorigen Jahr kam es zum Bruch mit der damaligen Geschäftsführerin Petra Wallasch. Dann gaben sich die Chefs förmlich die Klinke in die Hand: Innerhalb von nicht einmal 12 Monaten hatte die RT-Dachgesellschaft drei weitere Geschäftsführer. Wallasch hatte indes die Tochtergesellschaft RT Reality Service erworben, um 3D-Print-Dienstleistungen („Rapid Prototyping“) selbstständig zu offerieren. Auch gab die RT-Gruppe ihre Digitaldruck-Filiale in Berlin auf – RT war dort Partner des hoffnungsvollen Projektes der individuellen Tageszeitung „niiu“. Inwieweit Managementfehler eine Rolle spielen, lässt sich nicht seriös genug bewerten. Dass jedoch bei einer Firma mit einem Umsatz von 16,7 Millionen Euro (2009), erzielt von über 240 Mitarbeitern in 35 Filialen, hohe Führungsqualitäten erforderlich sind, ist wohl jedem betriebswirtschaftlich denkenden Menschen klar. Einstmals hat das vorrangig auf Reprografie spezialisierte Unternehmen vom Datenmanagement bei Bauprojekten profitiert und auch sonst überwiegend Dienstleistungen vom Kopieren und Plotten über den Dokumenten- und Werbedruck bis zur Archivierung angeboten. Sicherlich hat die RT-Gruppe in den vergangenen zwei Jahren schlichtweg zu hoch „gepokert“ und konnte ihre ausgeweitete Produktpalette nicht mehr beherrschen. Womöglich wären die Leipziger besser beraten gewesen, hätten sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentriert – dafür ist jetzt erst einmal „Lichtpause“.

:) , 09.08.2011:
...auch manche Bezirksleiter, haben viele Sachen ohne Absprache entschieden! Sogar Auszubildende konnten nicht oder wollten nicht gehalten werden!...Man wollte eben zu viel und alles auf einmal!
Das Ergebnis aus Unprofessionalität, sieht man ja jetzt!.....

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