15.02.2011   |   bvdm, Intergraf

Warnung vor elektronischer Rechnung

Von Daniel Schilling

Die Europäische Kommission will im Zuge ihrer "Digital Agenda" elektronische Rechnungen europaweit zum Standard machen. Die europäischen Druck-, Papier- und Postverbände laufen dagegen Sturm und warnen vor den Folgen.

EU-Kommissarin Neelie Kroes

EU-Kommissarin Neelie Kroes ist für die "Digital Agenda" verantwortlich

(dmnet) Die "Digital Agenda" gehört zu den Prestigeprojekten der Europäischen Kommission. Aufgeteilt in 101 Einzelschritte von der Vereinfachung der Lizenzierung von Online-Inhalten bis hin zum europaweiten Handy-Roaming soll sie zum einen die Digitalisierung in der EU fördern, zum anderen aber auch zum weiteren Zusammenwachsen des Binnenmarktes beitragen.

Angriff auf wichtige Geschäftsfelder
Für die Druckindustrie (und auch für Postunternehmen) kann dieser Aktionsplan, so er erfolgreich umgesetzt wird, allerdings den Verlust wichtiger Geschäftsfelder bedeuten, denn er fordert die Ablösung der guten alten Papierrechnung durch E-Invoicing, elektronische Rechnungsstellung also. Das wäre nicht nur für Akzidenzdrucker ein schwerer Schlag, denen ein Großteil des Geschäfts mit Geschäftsausstattungen wegbricht, sondern auch für Mailingdienstleister.

Die europäischen Spitzenverbände der betroffenen Branchen, unter ihnen Intergraf, Printcity und Printpower für die Druckindustrie, versuchen nun zu retten, was noch zu retten ist. In einem offenen Brief weisen sie nicht nur auf die Konsequenzen für die eigenen Unternehmen hin, sondern warnen auch vor den Kosten für die gesamte Wirtschaft und den Folgen für die Umwelt. Auch der deutsche bvdm, selber Intergraf-Mitglied, schließt sich den Argumenten an.

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Kommentare zu diesem Beitrag

der Ironische , 15.02.2011:
Schuß!! Und (eigen) Tooor!
Vorwärts! - Zurück jetzt!!
W2P - Rechnung auf Papier + Bote zu Fuß + Bote retour mit dem Geld - Jahre später -die Druckerei ist tot!!

Edmunds , 16.02.2011:
bvdm ist keine Gesamtwirtschaft! Die meisten Unternehmen werden von E-Rechnungen profitieren- in Lettland, z.b., solche Rechnungen laufen schon ganz gut...

Realist , 16.02.2011:
Der Radmacher für Pferdefurwerke konnte sich warschainlich auch nicht vorstellen das die Zeiten sich endern. Das hat mancher in der Druckbranche auch noch nicht gemerkt. Also liebe Leute spätestens in 5 Jahren wird kein Mensch sich über E-Rechnungen aufregen, sie werden einfach ein Standard. P.S der Staat freut sich auch den so wird er eine wunderbare Kontrolle bekommen, den jetzt jeden Brief auszutüten währe zu kostspielig.

müller , 16.02.2011:
So gerne ich mir Print auf allen Gebieten erhalten möchte, es wird genauso kommen müssen wie die EU es vorschlägt. Technologie aufzuhalten oder erst später einzusetzen bedeutet immer Rückschritt und Wettbewersverlust. Fuhr früher nur die Post und der Zeitungsbote durch die Straßen, rast heute eine Vielzahl unterschiedlicher Dienstleister, in der Regel ausgebeutete und unterbezahlte Subunternehmer, die Wohngebiete ab, was daran "wirtschaftlich, umweltfreundlich und kostengünstig" sein soll bleibt mir ein Rätsel. Wo möglich habe ich schon die Rechnungslegung auf Digitalzusendung umgestellt, so brauche ich keine Ordner mehr und muss die Belege nicht erst selbst digitalisieren. Käufe über das Internet laufen fast nur noch mit digitaler Rechnungslegung. Wer Print mit Macht erhalten und technologisch unvermeidlichen Wandel bremsen will, könnte auch den Heizer auf der E-Lok wieder einführen.
Das alle am Printprozess Beteiligte immer alles abbremsen wollen was ihre Branche Umsatz kosten kann ist verständlich, aber nicht seriös und zukunftsweisend.

Michael Mittelhaus , 16.02.2011:
Mit diesem Beitrag wird aber auch deutlich, was von dem fortwährenden Propagandagetöse der Digitaldruckhersteller zu den wunderbaren Einsatzmöglichkeiten ihrer Drucksysteme in Transpromo und Transaktionsdruck zu halten ist:
Auf die Dauer gar nichts!

BALU , 19.02.2011:
Wer will kann heute schon digitale Rechnung haben, aber per gesetz festzulegen das es so sein soll find ich nicht gut, da gehört zuerst die Versorgung mit entsprechender Bandbreite für jeden Bürger egal ob auf Sylt oder im tiefsten Keller per Gestz verordnet, damit jeder ( auch der Renter) die digitale Rechnung empfangen kann.

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