10.02.2011   |   Schlott Gruppe

Insolvenzverwalter macht Hoffnung

Von Daniel Schilling

Gut drei Wochen nach der Insolvenzanmeldung gibt es ermutigende Signale vom vorläufigen Insolvenzverwalter Siegfried Beck. Demnach haben sich bereits zahlreiche Kaufinteressenten gemeldet, die nun ihre Angebote einreichen sollen.

Siegfried Beck

Der vorläufige Insolvenzverwalter Siegfried Beck hat bereits eine Reihe von Investoren für die insolvente Schlott-Gruppe zur Auswahl.

(dmnet) Nur 23 Tage nach dem Insolvenzantrag kommen von der Schlott-Gruppe optimistische Signale. So ist es dem Unternehmen offenbar gelungen, einen Großteil seiner Kunden bei der Stange zu halten und die Produktion läuft weit gehend reibungslos. Schlott soll sich auch ganz regulär an den Ausschreibungen für die Herbst-Winter-Kataloge beteiligen.

Unterdessen hat der vorläufige Insolvenzverwalter Siegfried Beck den Verkaufsprozess gestartet. "Ziel ist ein zügiger Verkauf, um die Schlott-Unternehmen schnell in eine erfolgreiche Zukunft zu führen", erklärte Beck heute in Nürnberg. "Doch sind wir durch den Massekredit nicht in Hetze; wir haben Zeit, die Investoren und ihre Angebote in Ruhe zu prüfen."

Mehrere Interessenten
Die Chancen, dass sich ein Käufer für die insolvente Firmengruppe findet, stehen im Augenblick nicht schlecht. Nicht zuletzt, weil sie durch die Insolvenz ihre Schuldenlast los ist. Seit Insolvenzanmeldung hat sich bereits eine größere Zahl von Interessenten gemeldet, darunter sowohl strategische Investoren als auch Finanzinvestoren.

Nach der Abgabe indikativer Kaufpreisangebote wird den interessantesten Bietern eine intensive Prüfung des Unternehmens ermöglicht ("Due Diligence"). Dabei erhalten die Vertreter der potenziellen Käufer Zugang zu einem "Datenraum" mit vollständigen Informationen zur Schlott Gruppe. Im Anschluss an die Due Diligence werden die Angebote konkretisiert. Anschließend beginnen die eigentlichen Kaufverhandlungen.




Kommentare zu diesem Beitrag

Realist , 10.02.2011:
Ja es wird wieder alles Gut!
Das Insolvenzausfalgeld wird wieder für gesunde Betriebe erhöht, die Zulieferer werden die Preise bei den Kleinen erhöhen damit die Verluste bei den Großen minimiert werden, die Beschäftigten dort dürfen ihren Gürtel um 3 Löcher enger schnallen damit sie dort weiter ihren Arbeitsplatz behalten dürfen. Ja es wird wieder alles Gut?

Betroffener sagt. , 10.02.2011:
Ich habe eine ähnliche Sache im Jahr 2009 selber erlebt. Ich war langjähriger Mitarbeiter in einem Unternehmen im Rheinland tätig welches Maschinen für die Druckindustrie baute. Offsettrockner, Querschneider,Inline Finishing Aggregate. Das Unternehmen wurde von dem Inhaber an der ganz kurzen Geldleine gehalten. Im Grunde total überschuldet. In 2009 wurde dann die preiswerte Variante der Insolvenz gewählt. Der gleiche Inhaber hat das Unternehmen aus der Insolvenz wieder übernommen. Von ehemals 160 Mitarbeitern hat er 50 übernommen. Die Gehälter natürlich an die neue Situation angepasst und alle älteren Mitarbeiter für den Arbeitsmarkt frei gestellt. So wird es auch bei Schlott gehen. Manche werden sich die Taschen erneut voll machen. Die anderen zahlen die Zeche und bekoomen nichts. Keine Abfindung, kein Sozialplan. So wird es gehen.

Ein Insider , 10.02.2011:
Für Probleme und Ängste der Belegschaft interessieren sich Käufer (auch der Insolvenzverwalter) nicht wirklich. Beck verdient, der mögliche neue Käufer profitiert - die Mitarbeiter werden einbüßen. Egal wie es ausgeht: „Die Zeche zahlen immer die Kleinen“!

Betroffener sagt. , 11.02.2011:
Ich kann meinem Vorredner nur in vollem Umfang zustimmen. Genau so wird es passieren. Es ist z.T. eine Schande wenn man ansehen muss, das manche Personen überhaupt kein soziales Gewissen haben. Die denken nur an den eigenen Profit. Ich habe nichts gegen Profit aber manche Personen spannen den Bogen zu weit. Die belügen sogar die eigenen "Führungspersonen" wissentlich. Da bekommt man dann als Betroffener gesagt. Es stimmt was Du sagst, wenn es Dir nicht passt kannst Du ja klagen. Je nach der aktuellen Situation würde man zwar Recht bekommen, aber man macht die Faust in der Tasche und wartet ab. Das ist aber am Ende das falsche Signal. Am Ende verliert man doch und der Investor ist wieder fein raus.

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