13.08.2010 | Koenig & Bauer
Ergebnis fast ausgeglichen
KBA konnte im ersten Halbjahr 2010 seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent auf 473,2 Millionen Euro steigern. Im zweiten Quartal wurde mit minus 0,7 Millionen Euro ein fast ausgeglichenes Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichen.
(dmnet) Das operative Ergebnis war im jüngsten Quartal mit 0,5 Millionen Euro positiv. Nach den ersten drei Monaten hatte der Vorsteuerverlust umsatzbedingt noch bei minus 21,3 Millionen Euro gelegen. Wie zur Hauptversammlung Mitte Juni angekündigt, wird für die gesamte Berichtsperiode aufgrund des noch vorhandenen Umsatzrückstandes nochmals ein Vorsteuerergebnis von minus 22 Millionen Euro ausgewiesen. Dieses hat sich allerdings gegenüber dem Vorjahr mit minus 47,4 Millionen mehr als halbiert.
Das operative Konzernergebnis für die ersten sechs Monate verbesserte sich von minus 42,4 Millionen Euro in 2009 auf minus 18,9 Millionen Euro im laufenden Jahr. Das Halbjahres-Ergebnis nach Steuern beträgt minus 20,3 Millionen Euro, verglichen mit minus 36,8 Millionen Euro 2009.
In beiden Geschäftsbereichen wuchsen die Neubestellungen und die Umsatzerlöse. Der Segmentumsatz bei Bogenoffsetmaschinen lag in der ersten Jahreshälfte mit 199,3 Millionen Euro um 5,3 Prozent und bei Rollen- und Sondermaschinen mit 273,9 Millionen Euro um 3,9 Prozent über dem Vorjahr. Bei den Bogenmaschinen setzte der Nachfrageschub bereits im März ein, bei den größeren Rotationsanlagen erst im Juni. Der Auftragseingang in der Berichtsperiode legte insgesamt um 38,9 Prozent auf 679,3 Millionen Euro zu.
Mit Neubestellungen von 192,7 Millionen Euro verlief das zweite Quartal im Geschäftsbereich Bogenoffsetmaschinen erfolgreich. Über die gesamte Berichtsperiode entfielen Aufträge im Wert von 303,6 Millionen Euro auf dieses Segment – ein Plus von 36,6 Prozent gegenüber 2009. Bei den Rollen- und Sondermaschinen lagen die Neubestellungen mit 375,7 Millionen Euro um 40,8 Prozent über dem Vorjahr. In beiden Segmenten setzte sich die positive Nachfrageentwicklung im Juli fort, wobei verstärkt Bestellungen für große Zeitungsrotationsanlagen eingingen.
Höherer Auftragsbestand
Der Auftragsbestand im Konzern war mit 541,1 Millionen Euro Ende Juni 2010 um über 100 Millionen Euro höher als zum Quartalsbeginn und lag sogar leicht über dem Vorjahreswert von 537,8 Millionen Euro, als noch größere Rotationsaufträge aus der Zeit vor der Finanzkrise in den Auftragsbüchern standen. Aufgrund der wieder guten Auslastung konnte die Kurzarbeit in den Bogenoffsetwerken im Juni beendet werden. Auch an anderen Produktionsstandorten wurde dieses Instrument auslastungsbedingt reduziert und wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr – zumindest vorläufig – auslaufen. Der Beschäftigungsausgleich zwischen den Werken und die verbesserte Auftragslage bei Rotationsanlagen werden dies ermöglichen.
Der operative Cashflow hat sich im zweiten Quartal positiv entwickelt. Trotz der um fast 30 Millionen Euro gestiegenen Vorräte für die höhere Ausbringung in der zweiten Jahreshälfte betrug er nach sechs Monaten minus 18,1 Millionen Euro anstelle der minus 41,3 Millionen Euro zum 31. März 2010.
Im Vorwort zum Halbjahresbericht weist Vorstands-Chef Helge Hansen darauf hin, dass sich diese im Maschinen- und Anlagenbau periodisch stark schwankende Kennziffer im Zuge steigender Umsätze in den Folgequartalen weiter verbessern wird. Die Momentaufnahme beim Cashflow zum Halbjahresende wird durch liquide Mittel von 45,8 Millionen Euro und eine positive Nettofinanzposition relativiert. Mit seiner Eigenkapitalquote von 37,5 Prozent der Bilanzsumme müsse sich KBA in der Branche ohnehin nicht verstecken.




