25.06.2010 | Branchen-Prognose
Deutschland bleibt größter Zeitungsmarkt
Die europäischen Zeitschriften- und Zeitungsverlage erholen sich nur langsam vom Umsatzeinbruch der Wirtschaftskrise. Vergleichsweise krisenfest präsentiert sich dagegen der Buchmarkt, wie der "Global Entertainment and Media Outlook: 2010 - 2014" des Beratungskonzerns PricewaterhouseCoopers (PwC) zeigt.
(dmnet) Im Jahr 2014 werden laut PwC die Gesamterlöse (Verkauf und Anzeigen) der Zeitungen und Publikumsmagazine bei 94,5 Milliarden US-Dollar liegen. Das wären zwar rund 3,5 Milliarden Dollar mehr als 2009, das Ergebnis von 2007 würde jedoch um mehr als acht Milliarden Dollar verfehlt. Die Differenz ist in erster Linie auf niedrigere Werbeeinnahmen zurückzuführen.
"Um sich unabhängiger vom Anzeigengeschäft zu machen und neue Erlösquellen zu erschließen, bieten immer mehr Verlage kostenpflichtige Apps und den Download digitaler Zeitschriften und Magazine an", so Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC. "Dabei wecken attraktive Lesegeräte wie das iPad neue Hoffnungen in der Branche."
Bislang zu wenig digitale Angebote
Bislang jedoch seien nur wenige Angebote verfügbar, die die neuen technischen Möglichkeiten ausschöpfen und die klassischen Medien für die junge, internet-affine Generation wieder interessanter machen.
Vorerst dürften digitale Zeitungen und Zeitschriften noch Nischenprodukte bleiben und damit den Auflagenschwund mittelfristig abbremsen, nicht aber stoppen können. So erwarten die PwC-Branchenexperten für die Zeitungsbranche in der EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) bis 2014 einen durchschnittlichen Auflagenrückgang um 1,1 Prozent auf rund 139,1 Millionen Exemplare pro Tag.
Blick in die USA zeigt mögliche Trends
Dank höherer Verkaufspreise dürften die Verkaufserlöse von 2010 bis 2014 jedoch um durchschnittlich 0,7 Prozent auf annähernd 30,8 Milliarden Dollar steigen. Für die Publikumsmagazine prognostizieren die Experten einen leichten Umsatzrückgang um 0,3 Prozent pro Jahr auf knapp 21,4 Milliarden Dollar im Jahr 2014.
Wie bedrohlich die Konkurrenz durch das Internet für das Print-Geschäft sein kann, zeigt die Entwicklung des Zeitungsmarktes in den USA. Dort werden im Jahr 2014 voraussichtlich nur noch 35 Millionen Zeitungen täglich verkauft, gegenüber schätzungsweise 40 Millionen im laufenden Jahr und noch über 53 Millionen im Jahr 2005.
Deutschland weiterhin Europas größter Zeitungsmarkt
Für den deutschen Markt erwarten die Experten bis 2014 im Zeitungsgeschäft einen Umsatzanstieg um jährlich 0,7 Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar. Damit bliebe Deutschland der mit Abstand größte Zeitungsmarkt in Europa vor dem Vereinigten Königreich (9,3 Milliarden Dollar) und Frankreich (4,8 Milliarden Dollar).
Zwar sinkt auch in Deutschland die Auflage auf voraussichtlich 23,5 Millionen verkaufte Exemplare (2009: 25,3 Millionen), die Verkaufserlöse bleiben aber auf Grund von Preiserhöhungen stabil. Inklusive der Wochenzeitungen dürften die Verkaufserlöse bis 2014 leicht um 0,9 Prozent pro Jahr auf gut 6,3 Milliarden Dollar zulegen.




