31.03.2010 | Print Business Forum Stuttgart
Der Markt für Druckereileistungen schrumpft
Nach Einschätzung des Hamburger Unternehmensberaters Michael Apenberg wird das Volumen des deutschen Markts für Druckereileistungen 2015 um drei Milliarden Euro niedriger liegen als heute.
(dmnet) In regelmäßigen Abständen treffen sich die Hamburger Unternehmensberater Apenberg + Partner mit Geschäftsführern und Vorständen aus der Druckindustrie, um über Trends und Strategien zu diskutieren. Nach der Auftaktveranstaltung in Hamburg folgten heuer rund 40 Manager aus den Bereichen Akzidenzdruck, Weiterverarbeitung, Etikettendruck und der grafischen Zulieferindustrie der Einladung nach Stuttgart.
Michael Apenberg, Geschäftsführer von Apenberg + Partner, skizzierte zunächst wichtige Entwicklungen in der Branche. Nach Meinung der Berater hat sich die Druckindustrie auf einen lang anhaltenden Schrumpfungsprozess einzustellen. "In den nächsten fünf Jahren wird die deutsche Branche um drei Milliarden Euro schrumpfen", so Apenberg. Verändertes Kommunikationsverhalten, die Substitution durch digitale Medien und die Vermeidung von Redundanzen bei der Beschaffung von Werbe-mitteln sind Haupursachen für eine rückläufige Branchenentwicklung. Internetdruckereien, Digitaldruck und Web-to-Print sind die Schlüsseltechnologien und Treiber dieser Entwicklungen.
Internetdruckereien profitieren
Einen wesentlichen Beitrag zur Konsolidierung der Branche leisten die Internetdruckereien, die im Jahresrhythmus ihre Umsätze verdoppeln. Eine Studie der Berater zur Produkt- und Leistungsvielfalt in der deutschen Druckindustrie kommt zu der Erkenntnis, dass das Marktpotenzial für Internetdruckereien rund fünf Milliarden Euro umfasst. Der weitaus größte Teil der Branchenleistungen ist jedoch nach Meinung der Berater nur bedingt für den Prozess einer Internetdruckerei geeignet.
Der Strukturwandel in der Druckindustrie wird zu einer weiteren Konzentration bei den Unternehmen führen. In den nächsten fünf Jahren werden laut Prognosen der Hamburger Berater rund 3.500 Unternehmen aufgeben oder fusionieren. Neben Akzidenz- und Etikettendruckereien werden auch erstmalig Zeitungsdruckereien betroffen sein. "Die meisten Zeitungsverlage produzieren im Vergleich zu ihren Kollegen aus dem Heatset-Rollenoffset viel zu teuer, so dass die Neuinvestition in eine Druckmaschine nach alten und festgefahrenen Kosten- und Tarifstrukturen keinen Sinn ergibt", erläutert Michael Apenberg. (dsc)




