02.03.2010   |   Koenig & Bauer

Der lachende Dritte?

Von Daniel Schilling

Mit Manroland und der Schweizer Wifag gehen aller Voraussicht nach zwei der wichtigsten Wettbewerber des Würzburger Maschinenbauers im Bereich der Zeitungsrotationen zusammen. Dennoch könnte KBA am Ende profitieren.

Helge Hansen, KBA

Am Ende der lachende Dritte? KBA-Chef Helge Hansen.

(dmnet) Wer Aktien von Koenig&Bauer im Portfolio hat, sollte sie weiter halten; das empfehlen zumindest die Analysten der Nord LB, nachdem sie die Konsequenzen des bevorstehenden Kaufs der Wifag Maschinenfabrik AG durch die Manroland AG untersucht haben. Das Kursziel bleibt bei 13,00 Euro. Heute Mittag um 12 Uhr 58 lag der Kurs bei 11,95 Euro. 

Die leicht positive Grundstimmung der Analysten bezüglich der KBA-Aktie wird beim Blick hinter die Kulissen verständlicher. So muss Manroland auf der einen Seite bei seiner neuen Beteiligung harte Sanierungsschritte vornehmen, damit sich die Übernahme lohnt, auf der anderen Seite schätzen zahlreiche Wifag-Kunden an dem Schweizer Unternehmen bislang gerade die Unternehmensstruktur mit einer Stiftung als Eigentümerin und die umfangreichen, teuren Serviceversprechen. Hier ergeben sich für KBA durchaus Ansatzpunkte, neue Kunden zu gewinnen.

Hintergründe

KBA dürfte zudem die Lage bei der Wifag gut kennen, denn es ist davon auszugehen, dass die Wifag nicht nur mit Manroland verhandelt hat, und so viele Hersteller von Zeitungsdruckrotationen gibt es nicht mehr. Aus Branchenkreisen ist dazu zu vernehmen, dass in der Tat wohl auch KBA intensive Gespräche mit der Wifag geführt hatte. Dem Vernehmen nach scheiterten die Verhandlungen schließlich daran, dass die Würzburger die gesamte Wifag-Polytype-Gruppe einschließlich der lukrativen Verpackungsdruck-Aktivitäten übernehmen wollten, die Eigentümer sich aber nur von der Tochter Wifag Maschinenfabrik AG trennen wollten.

Eine weitere Rolle spielte daneben, dass der Manroland-Hauptaktionär Allianz Capital Partners starken Druck ausübt, den Wert des Unternehmens zu steigern. Die Akquisition des Schweizer Maschinenbauers mit seiner renommierten Marke kann dabei sehr hilfreich sein. Zunächst bleibt aber abzuwarten, was die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Wifag und Manroland sind, ob der Deal tatsächlich zustande kommt und welche Konsequenzen daraus folgen.




Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren