24.02.2010   |   Heidelberger Druckmaschinen

Stellenabbau und Zukunftsmärkte

Heidelberg-Vorstand Bernhard Schreier hat in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" seine strategischen Vorstellungen für die Zukunft des Weltmarktführers präzisiert. Im Konzern dürften sie für Unruhe sorgen, kündigte er doch einen weiteren Stellenabbau an.

Bernhard Schreier

Bernhard Schreier

(dmnet) Wirklich neu war es nicht, was Heidelberg-Chef Bernhard Schreier heute über einen Artikel im "Handelsblatt" an die Öffentlichkeit dringen ließ: Der Druckmaschinenbauer sucht intensiv nach einem Partner im Digitaldruckbereich, der sich im Idealfall auch über einen Aktientausch an der Heidelberger Druckmaschinen AG beteiligt. Nach dem Verkauf der Anteile an Nexpress 2004 würde der Bogenoffsetdruck-Riese damit in dieses boomende Geschäftsfeld zurückkehren.

Weiteres Wachstum soll Heidelberg das Geschäft mit den Dienstleistungen bringen. "Service" ist nach der derzeitigen Restrukturierung eine der drei Hauptsparten neben Maschinenbau und Finanzierung. 30 Prozent sollen die Dienstleistungen künftig zum Konzernumsatz beisteuern. Auch im Verpackungsdruck und in den Schwellenländern sieht Schreier Wachstumspotenziale für sein Unternehmen.

Stagnation im Kerngeschäft

Beim bisherigen – und wohl auch künftigen – Kerngeschäft, den Bogenoffsetmaschinen, wachsen die Bäume nicht mehr in den Himmel. Einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro in diesem Bereich, wie 2007, hält der Heidelberg-Chef für unrealistisch. Und das wird Konsequenzen für die Beschäftigten haben. Zwar hat Heidelberger Druckmaschinen seit 2008 bereits jede fünfte Stelle abgebaut – insgesamt 4000 – aber es werden wohl noch weitere folgen. Der Vorstand will darüber im März beschließen. (dsc)




Kommentare zu diesem Beitrag

Gerhard Märtterer AlphaPicture.de , 24.02.2010:
Vor 50 Jahren profitierte der Homo Heidelbergensis vom Niedergang des Bleizeitalters - weil er auf dem Chassis bewährter Buchdruckmaschinen zum Vorreiter im Offset umsattelte.

Vor 5 Jahren verscherbelte der vom Quartalsdenken getriebene Homo Pseudoeconomicus für lumpige 150 Mio. Dollar seine Digitaldruck-Zukunft nach Rochester.

Jetzt, da die 800 Mio. Euro Staatsknete zur Neige gehen, dämmert's den Neo-Neandertalern am Neckar, dass die Klickpreis-Modelle des Digitaldrucks über den Lebenszyklus einer Maschine das Fünffache am Verkaufspreis einspielen.

Wer zu kurz denkt, den bestraft das Leben. Und seine Sippschaft erst recht.

BALU , 27.02.2010:
Schön wärs wenn die Staatsknete wirklich da wäre, leider handelt es sich hier nur um Bürgschaften also keine Bareinlagen wie bei den Banken, die der Staat stützt mit unseren Geldern.

Heidelberger Geist , 02.03.2010:
Von Managementfehlern kann man bei der HDM Führung nicht mehr sprechen...Dilettantismus trifft es besser.Vom Weltmarktführer zum Bittsteller bei Frau Merkel.Zu Glanzzeiten Geld verbrannt und den Wasserkopf bis zum Platzen aufgebaut.Das KFW Darlehen kostet täglich über 70.000€ Zins, ob Feiertag, 1 oder 2 schichtig gearbeitet wird, ob verkauft wird oder nicht, kein Steuerzahler mit normalem, gesunden Menschenverstand würde so wirtschaften. Alles was die da oben können sind die Mitarbeiterzahlen an den fallenden Umsatz anpassen. Japanische Manager hätten es nicht soweit gebracht und wenn schon lange Seppuku (Harakiri) begangen, aber dazu braucht es natürlich auch Rückgrad und Mut. Statt sich zutiefst zu schämen und abzudanken kassieren die noch skrupellos Traumgehälter und entlassen hemmungslos und mit teils haarstreubender Ungerechtigkeit ihre Mitarbeiter.Ein Buch könnte ich schreiben.....

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