28.01.2010 | "Kieler Nachrichten"
Ärger im Druckzentrum
Über 380 Mitarbeiter des Personaldienstleisters Tabel Gruppe, die im Druckzentrum in Produktion und Weiterverarbeitung der "Kieler Nachrichten" beschäftigt waren, erhielten die Kündigung. Zu den Hintergründen gibt es verschiedene Angaben.
(dmnet) Im Druckhaus der "Kieler Nachrichten" tragen Leiharbeitnehmer nicht unwesentlich zur Weiterverarbeitung bei, seit das Verarbeitungszentrum im Jahre 2000 outgesourct wurde. Bislang kamen diese von dem Unternehmen TB Personaldienste GmbH, sowie von der Tabel GmbH und der PND Service GmbH, alles Töchter der Tabel Gruppe aus Laatzen.
Am 19. Januar allerdings wurde den Beschäftigten die Kündigung zum 30. Juni 2010 angekündigt und in der Zwischenzeit haben die Tabel-Unternehmen auch entsprechende Kündigungen ausgesprochen. Einige Beschäftigte erhielten sechs Schreiben mit verschiedenen Begründungen.
Gescheiterte Verhandlungen oder Betriebsratsverhinderung?
Über die Hintergründe gibt es allerdings verschiedene Angaben. Die "Kieler Nachrichten" erklären, man werde sich vom Dienstleister Tabel-Gruppe zum 30. Juni trennen, da dieser auf einer Preiserhöhung im zweistelligen Prozentbereich beharrt hatte. Die Tabel-Gruppe könne sich jedoch an einer Neuausschreibung beteiligen. Wie der Mediendienst "Meedia" von Tabel erfuhr, sei dies auch der Grund gewesen, warum man sich von den Beschäftigten habe trennen müssen.
Etwas anders klingt die Geschichte bei der Gewerkschaft. Demnach wurde die aktuelle Entwicklung dadurch ausgelöst, dass die Beschäftigten versuchten, einen Betriebsrat zu gründen, um sich gegen Stundenlöhne von 6,14 Euro und willkürliche Arbeitseinteilung zur Wehr zu setzen. Seit Oktober 2009 ließen sie sich dabei von der Gewerkschaft Ver.di und der linken Bundestagsabgeordneten Cornelia Möhring beraten.
Einen Betriebsrat wollen die Beschäftigten allerdings trotzdem wählen; notfalls per Briefwahl. Am 4. Februar soll die Arbeitnehmervertretung stehen.




