26.02.2010   |   Manroland

Kauf der Wifag AG kurz vor dem Abschluss

Von Daniel Schilling

Die Manroland AG bekundete heute ihre Absicht, den Schweizer Druckmaschinenhersteller Wifag zu erwerben. Eine Absichtserklärung ist bereits unterzeichnet. Der Abschluss soll noch im März erfolgen.

Wifag Bern

Die Wifag AG in Bern

(dmnet) Die Manroland AG steht mit der Wifag AG in weit fortgeschrittenen Verhandlungen zum Erwerb des Berner Spezialisten für hochwertige Zeitungsdrucklösungen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde von beiden Seiten bereits unterzeichnet. Ziel ist der Abschluss der Verhandlungen noch im März 2010. Sollten nicht unvorhergesehene Ereignisse eintreten, ist das Geschäft damit fest.

Fertigung wird ausgegliedert

Wie der Wifag-Sprecher Ruedi Alexander Müller-Beyeler Druck&Medien mitteilte, ist allerdings nicht der Verkauf des gesamten Unternehmens geplant. Für die Fertigung sucht die Wifag nach anderen Lösungen für die einzelnen hochqualifizierten Fertigungsteams und ihre Machinen.

Mit der Integration des Maschinen- und Servicegeschäfts rundet die Manroland AG ihr Produkt- und Serviceportfolio ab und stärkt nachhaltig ihre Position im Zeitungsdruck sowie die regionale Präsenz. "Unsere Branche ist durch eine anhaltende und notwendige Konsolidierung geprägt. In dieser Situation nutzen wir aktiv die sich im Markt bietenden Chancen zur Stärkung unseres Geschäfts", so Gerd Finkbeiner, Vorstandsvorsitzender von Manroland.

Der hervorragende Ruf der Wifag AG ist für Manroland von besonderer Bedeutung für die gemeinsame Geschäftsentwicklung. Der Bestand der Marke und die Kontinuität der Firmenphilosophie und der Kundenbeziehungen sollen daher auch im Falle eines Zusammengehens gewahrt bleiben.

Kritische Masse unterschritten

Die Wifag AG hatte im vergangenen Herbst den Abbau von 300 Stellen und die Suche nach einem strategischen Partner angekündigt, da das Unternehmen durch den Stellenabbau in den Worten der Wifag "die kritische Größe unterschreitet".

Mit dem geplanten Verkauf an Manroland reagiert das Unternehmen auf den zunehmenden Konsolidierungsdruck in der Branche. Entscheidend für die Wahl dieses Partners war, dass so der Standort Bern und ein Maximum an Arbeitsplätzen erhalten bleiben. Außerdem hat sich Manroland zu einem langfristigen Engagement bei Wifag bekannt.

Offen ist nun noch, wie die genaue Unternehmensstruktur nach der Übernahme aussehen wird. Sicher ist nur, dass Wifag als eigenständige Marke erhalten bleibt, schließlich trug das Renomee dieses Brands entscheidend zu Manrolands Kaufinteresse bei.




Kommentare zu diesem Beitrag

Felix Brunner (System Brunner SA) , 26.02.2010:
Ich begrüsse den Kauf der WIFAG durch Manroland. WIFAG ist dank ihrer früheren Besitzerin Ursula Wirz eine Perle des Druckmaschinenbaus.

Peter Schreiber , 26.02.2010:
Mutet einem ganz komisch. Wenn man weiss, wie die manroland swiss-Vertretung so zusammengeschrumpft wurde und von einer blühenden Firma in ein ganz unbescheidenes Ding zurückgefahren wurde, muss man sicher skeptisch sein wie das mit der WIFAG gehen wird. In Kirchberg wurde man früher auch immer gelobt und in den Himmel gehoben. Wir seien gut und von den Besten bei MAN. Heute sind noch grad knappe 30 Personen da die helfen den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ich finde es gut für WIFAG wenn es nicht so kommt.

Hajo Braunfeld , 27.02.2010:
Der WIFAG ergeht es dann bestimmt wie manroland Plauen, erst aufgekauft und nach ein paar Jahren zugemacht. Es ist nur interessasnt, dass die Mitarbeiter bei manroland auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten sollen (der Firma geht es ja so schlecht) und dann hat die Firma Geld, um ein anderes Unternehmen zu "schlucken". Ein Schelm, wer dabei böses denkt...

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