Die Glosse zur Woche
Zukunftshoffnungen
Weniger Mitarbeiter als befürchtet müssen bei Heidelberg gehen. Das lässt für die Zukunft hoffen
Von Daniel Schilling
Am Ende war sogar die IG Metall zufrieden, und das will schon etwas heißen bei einem Verlust von 1500 Arbeitsplätzen in Deutschland und noch einmal 2500 im Ausland. Aber die erdrückende Realität lässt diese Kröte fast wie einen feschen Märchenprinzen aussehen. Es hätte ja auch schlimmer kommen können. 5000 Stellen plante Heidelberg-Chef Bernhard Schreier ursprünglich einzusparen. Dass am Ende 1000 Mitarbeiter von der Streichliste doch noch im Unternehmen bleiben, verdanken sie der Solidarität der Beschäftigten – und der Konzernspitze; durch Verzicht auf tarifliche und außertarifliche Leistungen kam genug Geld zusammen, um ihre Arbeitsplätze zu sichern.
Die Beschäftigten der Heidelberger Druckmaschinen AG haben nun allerdings ein unangenehmes Wochenende vor sich. Erst am Montag werden sie in Betriebsversammlungen erfahren, wo nun genau abgebaut wird. Hinzu kommt das Damokles-Schwert einer Fusion mit dem Wettbewerber Manroland, über die nichts Offizielles bekannt wird. Aufregende Zeiten, aber auch hoffnungsvolle Zeiten, dass 1000 zusätzliche Beschäftigte im Unternehmen bleiben, könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Schrumpfungsprozess zu Ende ist und die Meldungen über Heidelberger Druckmaschinen wieder vom Wirtschaftsteil in den Technikteil rutschen. Man soll die Hoffnung nie aufgeben.
