Die Glosse zur Woche

TV umarmt Print

Die amerikanische Druckindustrie bekommt Unterstützung von unerwarteter Seite: Ausgerechnet ein Fernsehsender schickt sich an, sie retten zu wollen.

Die Druckindustrie diskutiert seit Jahrzehnten, wie es um die Zukunft gedruckter Medien in Zeiten der Digitalisierung bestellt ist. Ob es etwas Positives bewirkt hat, ist fraglich. Fest steht aber, dass es Print noch gibt, während das eine oder andere Kommunikationsformat, das im Web 2.0 unter mächtigem Spektakel aufpoppte, postwendend wieder im Orkus der Belanglosigkeit verschwand.

Dennoch schadet es angesichts der zunehmend bedrohlichen Konkurrenz natürlich nicht, wenn eine Lanze für das gute alte Medium Print gebrochen wird. Dass die willkommene Unterstützung nun ausgerechnet vom Dauerkonkurrenten TV kommt, überrascht allerdings schon …  

Der Fernsehsender CBS schaltet gemeinsam mit Pepsi in dem amerikanischen Magazin “Entertainment Weekly” eine Anzeige, die via LCD-Bildschirm Videospots abspielt. Bewegtbild und Ton in einem gedruckten Heft – damit bekommt der Begriff Fernsehzeitschrift eine völlig neue Bedeutung.  

Auf das spektakuläre Projekt, das in den Medien für reichlich Wirbel sorgt, ist CBS-Marketingchef George Schweitzer offenbar nicht nur mächtig stolz, er will auch Großes bewegen: “We love print. We’re saving the print industry”, zitiert ihn das US-Fachblatt Graphic Arts Online. Drücken wir ihm die Daumen, dass er sich dabei nicht verhebt!

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