Trendanalyse Mai 2009

Erwartungen sind zappenduster

Schon 2007 war nach der Umsatzsteuerstatistik für die deutsche Druckindustrie mit –0,9 % kein Wachstumsjahr, obwohl die Gesamtwirtschaft beim Bruttoinlandsprodukt noch um 2,5 % wuchs. Für 2008 ist deshalb ebenfalls von Negativwachstums auszugehen, für 2009 sowieso.

Die Jahresbilanzen zur Geschäftslageeinschätzungen zeigen das deutlich, denn 2007 war der Durchschnittswert mit 1,5 % gerade noch positiv, 2008 ist er dann auf –9,3 %, d.h. um 10,8 Prozentpunkte gesunken. Dieser negative Jahresdurchschnitt für 2008 relativiert sich allerdings bei Durchschnittswerten im Jahr 2002 von –46 % oder –27,5 % im Jahr 1993 stark.

Die Einschätzung der Kapazitätsauslastung aus dem Ergebnis der vier Befragungen des ifo-Instituts im Januar, April, Juli und Oktober sank im Durchschnitt auf 81,9 % und war damit um 1,2 Prozentpunkte niedriger als im gleichen Vorjahreszeitraum. In der Januar-Befragung 2009 zeigt sich bereits stark der Einfluss der Rezession, denn die Kapazitätsauslastung ist um 4,4 Prozentpunkte gegenüber Januar 2008 gefallen.

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Über 50 Prozent der Befragten im Bereich Bogenoffset gaben an, dass sie im Jahre 2007 keinen einzigen Tag in die Managementfortbildung investiert haben. Gerade einmal drei Prozent der Unternehmen haben ihre Manager angemessen fortgebildet.

Einschätzungen zur Geschäftslage

Als extrem schlecht wird die Geschäftslage in der Druckindustrie empfunden, denn die Einschätzungen haben sich seit Oktober kontinuierlich auf einen negativen Spitzenwert von –47 % im März 2009 verschlechtert. Im Verarbeitenden Gewerbe sieht es aber wegen der Exportabhängigkeit noch düsterer aus.

Bei den Rollenoffset-Druckern bietet sich ein etwas anderes Bild als bei den Bogenoffset-Betrieben. Aber auch hier gaben 45 Prozent der Befragten an, dass sie 2007 keinen Tag in die Managementfortbildung investiert haben. Elf Prozent haben zwei Tage ihre Manager fortgebildet.

Nominales Umsatzwachstum der deutschen Druckindustrie

Das Umsatzwachstum war nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen aus der Umsatzsteuerstatistik für die Gesamtbranche 2007 mit –0,9 % negativ. Da 2007 als wirtschaftlich gutes Jahr galt, wird das tatsächliche Umsatzwachstum im Jahr 2008 in der Druckbranche bei bestenfalls –1 % gelegen haben.

43 Prozent der Befragten haben im vergangenen Jahr darauf verzichtet, ihre Manager fortzubilden. Immerhin gaben 34 Prozent an, ihre Manager mehr als zwei Tage qualifiziert zu haben. Mehr als fünf Tage Fortbildung gab es nur für eine kleine Minderheit.

Sinkende Kapazitätsauslastung

Die Kapazitätsauslastung ist im Verarbeitenden Gewerbe wegen des starken Exportvolumens traditionell höher als in der Druckindustrie. Bei starken Einbrüchen des Exports, wie derzeit wegen der Rezession, leidet das Verarbeitende Gewerbe wesentlich stärker.

Besonders gut ist es um die Fortbildung im Verpackungsdruck bestellt. Hier gaben 49 Prozent der Befragten an, im Jahre 2007 mehr als zwei Tage pro Jahr für die Managementfortbildung investiert zu haben. 24 Prozent glaubten, darauf verzichten zu können.

Pessimistische Geschäftserwartungen

Steil bergab ging es mit den Geschäftserwartungen für das nächste Halbjahr seit Oktober 2008. Ob das Verarbeitende Gewerbe schon einen Wendepunkt erreicht hat, werden die April-Ergebnisse des ifo-Konjunkturtests zeigen. Denn im Verarbeitenden Gewerbe sanken die Erwartungen wegen des Exporteinbruchs als Folge der weltweiten Rezession stärker.

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