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Effiziente Prozesse

Reifen eines schnittigen Sportwagens

Von Rainer Greive,
GC Graphic Consult


Was hat die Formel 1 mit der Druckindustrie zu tun? Nun: dass ein Formel-1-Ferrari eine hohe Anziehungskraft hat, ist nicht zu bestreiten. Und dass dies auch für die Produkte der Druckindustrie gelten sollte, steht außer Frage.

 

Das ist aber bei weitem nicht die einzige Gemeinsamkeit. Lassen Sie uns einen weiteren Faktor betrachten, der beiden Genres zu eigen sein sollte – nämlich effiziente Prozesse. Die Potenziale in der Technik sind so zahlreich und so vielfältig, dass es schwer fällt zu beurteilen, ob man wirklich in allen Bereichen richtig gut ist. Richtig gut zu sein, muss aber das Ziel sein.

 

Überlegen Sie, wie lange Sie brauchen würden, um bei Ihrem Auto einen kompletten Satz neuer Reifen zu montieren. 30 Minuten? Eine Stunde? Wenn Sie es nicht selbst machen, sondern auf einen Spezialisten zurückgreifen (zum Beispiel auf den Reifenhändler) dann geht es vermutlich schon viel schneller – also effizienter. Der Spezialist schafft es vielleicht in zehn bis 15 Minuten. Eine deutliche Steigerung. Ein Profi eben!

 

Betrachten wir den Formel-1-Boxenstopp: In der Ferrari-Box in Bahrein beim ersten Grand Prix im Jahr 2006 hat das Boxen-Team die Reifen von Michael Schumachers Ferrari in 8,2 Sekunden gewechselt und nebenbei noch über 100 Liter Sprit nachgetankt.

 

Ein Quantensprung im Vergleich zum professionellen Reifenhändler. Zugegeben, beim Boxenstopp wird – um dieses Ziel zu erreichen – ein enormer Aufwand betrieben. Das Beispiel zeigt aber, dass auch ein scheinbar effizienter Prozess immer weiter optimiert werden kann, um noch besser zu werden.



Effizienzbausteine
Die einzelnen Bausteine, die Effizienz beeinflussen, sind zahlreich und unterschiedlich. Jeder Baustein kann unterschiedliche Potenziale enthalten und erfordert ein spezifisches Vorgehen. Wichtig ist es daher, zunächst die jeweils verborgenen Potenziale abzuschätzen und dann ausgewählte Bausteine in gezielten Projekten zu bearbeiten.
Durch die hohen Kostensätze der in der Regel sehr teuren und personalintensiven Maschinen, bietet beispielsweise das Thema Rüstzeit häufig ein großes Potenzial, das vielfach unterschätzt wird. Wenn Sie drei Maschinen 3-schichtig nutzen und einen Kostensatz von 250 Euro je Maschine haben, bringt eine Reduktion der Rüstzeiten um 2,5 Prozentpunkte schon ein Einsparvolumen von 100.000 Euro. Welchen Aufwand müssen Sie auf der Umsatzseite betreiben, wenn Sie diesen Betrag durch Mehrumsatz erwirtschaften müssen?

Denken Sie auch an die Nebeneffekte! Sie gewinnen Kapazität ohne Investitionen oder binden weniger Kapital und Ihr Fertigwarenlager schrumpft, weil Sie kleinere Losgrößen produzieren können. Kurzum, Sie werden flexibler und effizienter.

Für die erfolgreiche Umsetzung definieren Sie ein Projekt, indem Sie ein klares Ziel setzen, das Projektteam bestimmen und einen verantwortlichen Projektleiter ernennen, der sich mit den Zielen identifiziert. Ein klares Ziel ist wichtig für die Motivation der Teammitglieder, weil es die Richtung weist und die Bedeutung des Projektes klar macht.

Messen Sie den aktuellen Zustand und halten Sie Kennzahlen fest, die nach Abschluss des Projektes einen Erfolg belegen können. Die Kennzahlen müssen im Bezug auf das Ziel aussagefähig sein und sollten von den Teammitgliedern beeinflussbar sein. Wichtig ist es, die Kennzahlen an geeigneter Stelle, z. B. an den Maschinen oder in der Abteilung auszuhängen und damit den Projektfortschritt zu dokumentieren.

In der Analysephase werden die wesentlichen Einflussfaktoren auf den Prozess bestimmt. Dies hilft Ihnen Struktur in den Prozess zu bringen, verhindert, dass Wichtiges übersehen wird und erleichtert den Verbesserungsprozess. In der Ideenphase werden vom Projektteam Verbesserungen entwickelt. Hier helfen die vorherige Bestimmung der Einflussfaktoren und eine Aufteilung in Teilprozesse, weil dadurch die Komplexität reduziert wird.

Die Kontrollphase wird Ihnen schließlich zeigen, wie erfolgreich Ihr Projekt war und ob Sie Ihre gesteckten Ziele erreicht haben. Wenn Sie die Kennzahlen weiter in Form von Aushängen kommunizieren und regelmäßig daran arbeiten, können Sie weitere Verbesserungsprojekte starten und so eine kontinuierliche Effizienzsteigerung erzielen.

Rainer Greive

Management Consultant, GC Graphic Consult, Unterschleißheim / München

Beratungsschwerpunkte: Effizienz, Technologie, Sanierung, Organisation, Verpackung, Bogendruck, Endlosdruck


Internet: GC-online.de

 

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