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Personalentwicklung – Investition in die Zukunft

Von Mareike Lehmann,
GC Graphic Consult

Die Druckindustrie kämpft mit der angespannten wirtschaftlichen Situation und reagiert darauf mit intensiven Sparmaßnahmen, die sich oft am schnellsten im Bereich der Personalkosten und der Personalentwicklungsmaßnahmen umsetzen lassen.
So nachvollziehbar und zwingend Kostensenkungsmaßnahmen scheinen, die Folgen im Personalbereich sind oft kritisch. Das Personal wird meist als wichtiger Bestandteil des USPs, des einzigartigen Wettbewerbsvorteils, dargestellt: "Unser hochleistungsstarkes, motiviertes und engagiertes Team …" und "Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital." Doch erhält dieses "wichtigste Kapital" auch die gebührende Aufmerksamkeit?

Die Märkte verändern sich rasant

Auch wenn die Einschätzungen zur künftigen wirtschaftlichen Entwicklung unterschiedlicher nicht sein könnten, eines ist sicher: Die Märkte verändern sich rasant, die Karten werden neu gemischt. Dies verlangt den Unternehmen in besonderem Maße die Fähigkeit zur Veränderung ab. Dazu werden kluge, motivierte und qualifizierte Menschen gebraucht, Mitarbeiter, die bereit sind, weitreichende Veränderungen zu gestalten.

Gerade in Phasen geringerer Auslastung bietet es sich an, sie im Rahmen strukturierter Qualifizierungsprogramme optimal auf diese Aufgaben vorzubereiten.
Die Teilnehmer interner Qualifizierungsprogramme erhalten die Möglichkeit, die Zukunft des Unternehmens aktiv mitzugestalten und damit die wenig motivierende Position des passiven "Hinnehmens" zu verlassen. Durch den engen Austausch zwischen Management, Führungskräften und Mitarbeitern schaffen solche Programme hohe Transparenz für unternehmerische Entscheidungen. Daraus resultieren Verständnis und Vertrauen für zukünftige Veränderungsprozesse.

Am Beispiel der Achilles-Gruppe in Celle wird deutlich, wie erfolgreiche Qualifizierungsprogramme in der Praxis konzipiert sein sollten, damit Lust auf Lernen entsteht, die Mitarbeiter von Schulungen nachhaltig profitieren und ihre Fähigkeiten zum Nutzen des Unternehmens einsetzen können. Die Aufgabenstellung seitens Achilles war die Konzeption und Durchführung eines standortübergreifenden Trainee-Programms für High Potentials des Unternehmens. Die Prozessphasen im Einzelnen:

1. Konzeptionsphase
Im Vorfeld diente ein Konzeptionstag mit der Geschäftsführung und Beratern von GC Graphic Consult der Definition von Rahmenbedingungen für das Personalentwicklungsprogramm. Festzuhalten ist, dass das Programm auf Kontinuität ausgerichtet ist.

Gemäß dem Motto "Fordern und Fördern" ist nicht nur der teilnehmende Mitarbeiter gefordert, sondern auch die zuständige Führungskraft, um die Nachhaltigkeit des Programms zu gewährleisten. Daraus resultierend wird die Führungsaufgabe "Nachwuchsförderung" intensiviert.

2. Bewerbungsphase
Die Bewerbungsphase darf nicht unterschätzt werden. An dieser Stelle kommt zum ersten Mal die Idee der Qualifizierungsoffensive zum Tragen und breitet sich im gesamten Unternehmen aus.

Bei Achilles konnte sich jeder Mitarbeiter bewerben. Gesucht wurden Teilnehmer, die Verantwortung übernehmen möchten, Ehrgeiz und ein hohes Potenzial mitbringen, "nach vorne" kommen und die Zukunft von Achilles mitgestalten wollen. Laut Andreas Brinkhaus, Leiter Organisation, war die Resonanz hoch. Aus über 40 Bewerbungen wurden zunächst 13 Teilnehmer für die "Achilles Werkstatt Zukunft" ausgewählt.

3. Trainingsphase
In der Trainingsphase werden Managementtrainings und Fachtrainings durchgeführt. Gemäß dem Motto "Lernen findet in der Praxis statt" können die Teilnehmer ihre Erfahrungen aus Theorie und Praxis in vorab definierten Projekten unter Beweis stellen.

In den Managementtrainings erleben die Teilnehmer erfahrungsorientiertes Lernen durch aktive Mitarbeit in Form von Gruppenarbeiten, Rollenspielen, Kurzreferaten, Diskussionen und Prozessbearbeitung. Feedback, teilweise auch Video-Analysen unterstützen den Lerneffekt. Die Trainings werden von jeweils zwei branchenerfahrenen Trainern durchgeführt.

Daneben werden Fachtrainings aus unterschiedlichsten Bereichen des Unternehmens wie Produktion, Marketing und Vertrieb oder Zahlen und Finanzen durchgeführt. Vorab definierte Spezialisten aus den jeweiligen Bereichen sollen als Referenten zur Verfügung stehen. Ziel der Fachtrainings ist, dass jeder Teilnehmer in den unterschiedlichsten Fachgebieten geschult wird und auf diese Weise ein grundlegendes Verständnis für die einzelnen Bereiche entwickelt.

Die Projektphase in der "Achilles Werkstatt Zukunft" läuft parallel zu den Management- und Fachtrainings. Die Teilnehmer sind aufgerufen, sich selbst zuzuteilen, zu organisieren und den Erfolg der jeweiligen Projekte selbstständig voranzutreiben.

4. Reflexionsrunden
Die regelmäßig durchzuführenden Treffen werden von einem Trainer geleitet. Sie dienen der Reflexion der Trainingsinhalte sowie der gezielten Förderung von Mitarbeitern über die definierten Projekte. In den Reflexionsrunden berichten die Teilnehmer über Fortschritte in den Projekten und reflektieren dadurch ihre sich verbessernde Führungspraxis.

Regelmäßige Übungen mit der  Anforderung,  Inhalte gezielt und mitreißend zu vermitteln, fördern das Präsentationsgeschick.

Woran erkennt man den Erfolg?

Bei Achilles zeigte sich der erste Erfolg schon durch die Fülle der Bewerbungen. Nach dem Start der Führungstrainings waren die Teilnehmer überzeugt, dass sich in der "Achilles Werkstatt Zukunft" etwas bewegen lässt und dass daraus großer Nutzen entstehen wird.

"Wir sind überaus zufrieden", so Peter Jeschke, Geschäftsführer der GC Graphic Consult. "Die Begeisterung und Aufbruchstimmung nach dem ersten Managementtraining sind enorm. Die Messlatte liegt nun hoch und es heißt Gas geben – Gas geben für den nachhaltigen Erfolg der Achilles-Gruppe."

Mareike Lehmann

Mareike Lehmann

ist Management Consultant der Münchner Unternehmensberatung GC Graphic Consult.

Ihre Beratungsschwerpunkte sind Marketing, Vertrieb, Strategie, Organisation, Personalentwicklung und Trainings.
Internet: www.gc-online.de

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