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Die Kunst, Energien zu bündeln
Von Peter Jeschke,
GC Graphic Consult
Was ist das Geheimnis von Unternehmen, denen es gelingt, Erfolgsgeschichte zu schreiben? Eine Erfolgsgeschichte, an deren Anfang vielleicht sogar eine fast ausweglose Situation stand? Welche Kräfte wirken, wenn Unternehmen – getragen von einer Vision – von Null auf Hundert durchstarten?
Leistungsbereitschaft wecken
Führungskräfte, die Mitarbeiter zu überragenden Leistungen führen, haben eines gemeinsam: Sie schaffen es, Energien zu mobilisieren – sei es um kritische Situationen zu bewältigen, sei es zur Verwirklichung einer Vision, eines Traums. Hinter außergewöhnlichen Unternehmenserfolgen steht meist eine weitgreifende Mobilisierung der Leistungsbereitschaft. Ein Beispiel:
Anfang der 90er Jahre gab es eine Zeit, in der die Lufthansa nur noch über eine Liquidität für zwei Wochen verfügte. Keine größere deutsche Bank gewährte weitere Kredite. Das Management stellte sich der Krise – der Turnaround glückte und weit mehr: Das Unternehmen wurde zu einem der weltweit führenden Luftfahrtgesellschaften. Schilderungen zufolge führte der Weg aus der Krise an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Unglaubliche Kräfte seien freigesetzt worden und führten zu einem tollen Erfolg.
Dieses Beispiel zeigt, dass es gelingen kann, Mitarbeiter auf breiter Basis zu außergewöhnlichen Leistungen zu führen.
Energien mobilisieren
Wenn es Führungskräften gelingt, "schlummernde" Energien im Unternehmen freizusetzen, werden Erfolge möglich, die die kühnsten Erwartungen übertreffen.
In der Regel verfügen alle Mitarbeiter über Kraftreserven, die sie – wenn sie mobilisiert werden – zu außergewöhnlich hohen Leistungen befähigen. Zur Aktivierung dieser Kräfte gibt es Strategien, die unte kurz dargestellt sind.
Wichtig zu wissen ist:
- Ohne hohes Energieniveau können Unternehmen nicht produktiver werden oder Innovationen verwirklichen.
- Führungskräfte können die Energie ihrer Organisation "nähren", so dass sie über längere Zeit anhalten kann.
- Den "Energiepegel" beständig auf höchstem Niveau zu halten ist nicht möglich.
- Wenn große Veränderungen bewältigt wurden, muss eine Phase der Regeneration folgen, bevor weitere größere Veränderungsprojekte folgen.
Interessant zu wissen ist:
- Mitarbeiter nehmen die Zeiten höchster Mobilisierung oft als etwas Besonderes und Schönes wahr.
Energiezonen eines Unternehmens
Ziel jedes Unternehmens ist, sich in der produktiven Zone aufzuhalten:
Drei Strategien, um in die produktive Zone zu gelangen:
- Den Drachen töten
Weckt die Energie des Unternehmens durch die Bekämpfung einer äußeren Bedrohung (sinnvoll, wenn es eine reale Bedrohung gibt).
Der "Drachen" muss klar definiert und beschrieben werden, indem man eine bestimmte unverkennbare und greifbare Bedrohung identifiziert.
- Die Prinzessin erobern
Weckt die Energie des Unternehmens durch den Glauben an eine Zukunftsvision – das Potenzial eines neuen Produktes, eines neuen Marktes oder einer neuen Akquisition.
Eine spezifische Chance, die das Unternehmen ergreifen sollte, muss so definiert, beschrieben und kommuniziert werden, dass die Menschen die Vision erkennen, an sie glauben und sich für sie verpflichten können. Die Menschen müssen eher dazu verführt als gezwungen werden, sich an diesem gemeinsamen Traum zu beteiligen. Um Enthusiasmus und Begeisterung auszulösen, müssen sich alle Mitarbeiter vorstellen können, wie sie persönlich zu dem Ziel beitragen können.
- Der Drachen, der die Prinzessin hütet
Fokussiert die Energie des Unternehmens auf eine langfristige Zukunftsvision sowie auf eine gemeinsame äußere Bedrohung.
Verbindet die Unmittelbarkeit, Entschlossenheit und Disziplin des Drachen-Tötens mit der Leichtigkeit, Freude und dem Stolz des Eroberns der Prinzessin.
Quelle: Entschlossen führen und handeln – Prof. Dr. Heike Bruch / Prof. Dr. Sumantra Ghoshal
Peter Jeschke
Geschäftsführender Gesellschafter der GC Graphic Consult, Unterschleißheim / München
Beratungsschwerpunkte: Strategie, Organisation, Vertrieb, Personalentwicklung, Sanierung
Internet: GC-online.de
http://www.gc-online.de/



